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Asien Rundreise mit Kindern – 3, 4 oder 6 Wochen: welche Route passt

  • Autorenbild: dbfam travel
    dbfam travel
  • 25. Aug.
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Bei einer Asien Rundreise mit Kindern entscheidet nicht die Länderzahl über den Erfolg, sondern wie oft ihr die Koffer packt. Drei realistische Routen – und warum wir bei allen dreien weniger empfehlen, als möglich wäre.



Die häufigste Frage, die uns Familien stellen, lautet nicht «wohin». Sie lautet «wie viel schaffen wir».


Und die ehrliche Antwort darauf ist unangenehm: weniger, als ihr denkt. Nicht weil Asien schwierig wäre – sondern weil jeder Ortswechsel mit Kindern ungefähr eineinhalb Tage kostet. Einen halben zum Packen und Reisen, einen ganzen zum Ankommen. Diese Rechnung macht kaum jemand, bevor er die Route baut.


Wir haben in den ersten hundert Tagen acht Länder bereist und in den zweiten hundert Tagen fünf. Die zweite Hälfte war deutlich besser.


Dieser Artikel zeigt drei Routen für drei, vier und sechs Wochen. Sie sind bewusst schlanker gehalten, als es machbar wäre – und genau darin liegt der Punkt.


Kurz für Familien

Faustregel

Mindestens 3–4 Nächte pro Ort, lieber mehr

Kosten pro Ortswechsel

Etwa eineinhalb Tage, unabhängig von der Distanz

Geeignet für

Familien mit Kindern ab etwa sechs Jahren

Häufigster Fehler

Zu viele Länder in zu kurzer Zeit

Unser ehrliches Fazit

Ein Land richtig schlägt drei Länder halb


Die eine Frage vor der Route: wie viele Ortswechsel verkraftet ihr?


Bevor ihr über Länder nachdenkt, rechnet euer Tempo aus. Nehmt die Reisedauer und teilt sie durch vier. Das ist ungefähr die Zahl der Orte, die ihr entspannt schafft.


Drei Wochen sind einundzwanzig Tage. Geteilt durch vier: gut fünf Orte. Fühlt sich wenig an? Genau das ist das Problem, das die meisten Routen haben.


Wir haben diese Rechnung nicht vorher gemacht. Wir haben sie in Sri Lanka gelernt, als wir nach etwa sechs Wochen zum ersten Mal acht Nächte am selben Ort blieben – und innerhalb weniger Tage entspannter waren, mehr lachten und die Kinder weniger stritten.


Ein Ortswechsel kostet mit Kindern anderthalb Tage. Rechnet ihn ein, bevor ihr ihn einplant.

3 Wochen – ein Land, zwei bis drei Orte


Drei Wochen klingen nach viel. Mit An- und Rückreise, Jetlag und Ankommen bleiben real etwa siebzehn nutzbare Tage.


Unsere Empfehlung: ein einziges Land.


Etappe

Nächte

Warum

Bangkok

3

Ankommen, Jetlag abbauen, Stadt in kleinen Dosen

Chiang Mai

6

Kochkurs, Wasserfälle, Natur – genug Zeit für einen Ruhetag

Insel oder Küste

7

Der Teil, den die Kinder am längsten erinnern

Rückflug ab Bangkok

1

Puffernacht, nicht am Anreisetag fliegen


Warum diese Reihenfolge: Stadt zuerst, solange alle noch Energie haben. Natur in der Mitte. Wasser am Schluss, weil erschöpfte Kinder am Meer glücklicher sind als in einem Tempel.


Warum wir nicht mehr empfehlen: Wer in drei Wochen zwei Länder macht, verbringt zwei bis drei Tage mit Grenzen, Flügen und Umzügen – und verliert damit den Puffer, den man bei der ersten Fernreise am dringendsten braucht.


Details zum Land in Thailand mit Kindern.


Wie sieht so eine Route konkret aus?


4 Wochen – zwei Länder, die zusammenpassen


Ab vier Wochen wird ein zweites Land sinnvoll. Die Betonung liegt auf passen: zwei Länder, die geografisch nebeneinanderliegen und sich im Charakter unterscheiden.



Skizze A: Thailand und Laos


Etappe

Nächte

Warum

Bangkok

3

Ankommen

Chiang Mai

5

Natur, Kochkurs, Tempowechsel

Slowboat auf dem Mekong

2

Zwei Tage auf dem Fluss – für Kinder eine eigene Welt

Luang Prabang

5

Almgiving am Morgen, Wasserfälle, ruhig

Vang Vieng

4

Kajak, Landschaft, Bewegung

Rückweg

2–3

Puffer


Warum diese Kombination funktioniert: Thailand ist strukturiert und einfach, Laos ist langsam und improvisiert. Der Kontrast macht beides deutlicher. Und das Slowboat ist kein Transport, sondern eine Etappe – die Kinder erinnern sich daran länger als an die meisten Sehenswürdigkeiten.



Skizze B: Malaysia mit Borneo


Etappe

Nächte

Warum

Kuala Lumpur

4

Batu Caves früh, KidZania, Skyline

Insel oder Küste

6

Erholung

Borneo / Sabah

8

Regenwald, Bootssafaris, ganz anderes Tempo

Rückweg über KL

2

Puffer


Malaysia ist als Einstieg unterschätzt: gute Infrastruktur, einfaches Englisch, und mit Borneo ein Naturkapitel, das kaum ein anderes Land in dieser Dichte bietet. Mehr in Malaysia mit Kindern.


Noch unsicher bei der Kombination?


6 Wochen – wo es zum ersten Mal ruhig wird


Sechs Wochen sind der Punkt, an dem eine Reise aufhört, ein Urlaub zu sein. Man hört auf zu zählen. Die Kinder finden überall Anschluss. Und man merkt, dass man nicht mehr jeden Tag etwas erleben muss.



Skizze: Vietnam, Kambodscha und Thailand


Etappe

Nächte

Warum

Hanoi

4

Ankommen im Getriebe, Zugcafé, KidZania

Halong-Bucht

2

Kurz, aber stark

Ninh Binh

4

Reisfelder, Trang An – der ruhige Gegenpol

Hue

3

Geschichte in verträglicher Dosis

Hoi An

6

Der Ort, an dem man bleibt

Ho-Chi-Minh-Stadt

3

Kontrast zum Norden

Siem Reap

5

Angkor früh am Morgen, danach Ruhe

Bangkok / Küste

8–10

Abschluss am Wasser


Warum sechs Wochen anders sind: Bei dieser Länge könnt ihr an einem Ort bleiben, ohne dass es sich nach Zeitverlust anfühlt. In Hoi An haben wir einen geplanten Ausflug abgesagt, damit die Jungs mit ihren neuen Freunden im Pool bleiben konnten. Bei einer Dreiwochenreise hätten wir das nicht getan – und genau das wäre der Fehler gewesen.


Die vollständige Einordnung dieser Route steht in Banana Pancake Trail mit Kindern.


Was jede dieser Routen kostet – und woran das wirklich liegt


Wir veröffentlichen keine Gesamtzahlen, weil sie euch nichts nützen. Was eine Familie in Asien ausgibt, hängt von so vielen Entscheidungen ab, dass jede Zahl entweder irreführend oder banal wäre.


Was euch stattdessen weiterhilft, sind die Stellschrauben – in der Reihenfolge ihrer Wirkung:


Die Anzahl der Ortswechsel. Jeder Wechsel kostet Transport, oft eine zusätzliche Nacht und manchmal einen halben verlorenen Tag. Weniger Orte ist gleichzeitig entspannter und günstiger. Das ist die einzige Stellschraube, die in beide Richtungen gleichzeitig gut wirkt.


Die Länderwahl. Laos, Kambodscha und die Philippinen liegen deutlich unter Japan, Südkorea und Singapur. Wer Ostasien einbaut, sollte das im Budget abbilden.


Die Unterkunftsform. Familienzimmer, kleines Haus oder zwei Einzelzimmer – oft ist die scheinbar teurere Variante insgesamt günstiger. Was uns dabei wichtig geworden ist, steht in Unterkünfte mit Kindern in Asien.


Die Reisezeit. Hauptsaison kostet spürbar mehr.


Wie wir das unterwegs im Blick behalten, ohne jede Kleinigkeit zu zählen: Reisebudget mit Kindern.


Die drei Fehler, die wir bei der Routenplanung gemacht haben


Erstens: zu viele Orte in den Anfang gelegt. Wir sind mit einem ziemlich schweizerischen Vollprogramm gestartet – jeden Ort mitnehmen, jede Möglichkeit nutzen. Erst nach sechs Wochen haben wir das Tempo gefunden. Diese sechs Wochen fehlen uns rückblickend.


Zweitens: im Zickzack geflogen. Wer die Landkarte ignoriert, zahlt doppelt – einmal beim Ticket, einmal an den Nerven aller Beteiligten. Wir planen inzwischen konsequent in eine Richtung. Die meisten Flüge dauern dadurch eineinhalb bis drei Stunden, und das ist mit Kindern eine völlig andere Grösse als ein Umsteigeflug mit sechs Stunden Wartezeit.


Drittens: keine Puffertage eingeplant. Busse haben Verspätung. Kinder werden krank. Boote fallen aus. Ein Tag ohne Programm pro Woche klingt nach Verschwendung und ist in Wahrheit das, was die Route zusammenhält.



Für wen welche Länge passt


Drei Wochen: erste Fernreise, jüngere Kinder, Familien, die noch nicht wissen, wie sie zusammen reisen. Ein Land, wenig Bewegung, viel Puffer.


Vier Wochen: Familien mit etwas Fernreiseerfahrung. Zwei Länder, klarer Kontrast, ein längerer Aufenthalt am Schluss.


Sechs Wochen und mehr: Familien mit Schulkindern ab etwa acht Jahren, die Ruhe aushalten. Hier lohnt sich erst, was eine lange Reise ausmacht – dass man aufhört, Gast zu sein.


Fazit: Wie lange sollte eine Asien Rundreise mit Kindern sein?


Eine Asien Rundreise mit Kindern gelingt nicht über die Länderzahl, sondern über die Übergänge. Drei Wochen ein Land, vier Wochen zwei Länder, sechs Wochen drei – und in jeder dieser Varianten lieber einen Ort weniger als einen mehr.


Wenn ihr euch bei einer Etappe unsicher seid, ob sie noch reinpasst: Sie passt nicht rein. Das ist keine elegante Regel, aber sie hat bei uns jedes Mal gestimmt.


Wenn ihr gerade aktiv plant: In diesem Moment sind wir am hilfreichsten.


— Nathaniel und Fiona, mit Leroy und Louis

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