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Malaysia mit Kindern – Von der Skyline in den Dschungel

  • Autorenbild: dbfam travel
    dbfam travel
  • 12. Mai
  • 8 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 6 Tagen

Petronas-Towers bei Nacht in Kuala Lumpur

Malaysia mit Kindern war für uns kein einzelnes Reiseziel, sondern zwei völlig verschiedene Welten: die pulsierende Skyline von Kuala Lumpur – und, Wochen später, der wilde Dschungel Borneos.


Als unser Flug aus Siem Reap in Kuala Lumpur landete, war der Kontrast kaum zu übersehen. Kambodschas überschaubare Kulturstadt hatte uns mit ihrer ruhigen Atmosphäre vertraut gemacht. Dann: eine pulsierende Metropole, überragt von den Petronas Towers und dem Merdeka 118. Unser Grab-Fahrer erklärte uns auf dem Weg in die Stadt, wie hier die Dinge laufen. Wir hörten zu, schauten und staunten.


Malaysia war für uns zunächst kein klassischer Länderartikel-Stoff. Wir hatten nur drei Tage in Kuala Lumpur, bevor wir weiter auf die Philippinen flogen – es gab keinen Direktflug von Kambodscha in die Philippinen. Also verlängerten wir das Layover und entdeckten die Hauptstadt. Was wir damals noch nicht wussten: Wir würden zurückkommen. Wochen später, in einen ganz anderen Teil des Landes.


Dieser Artikel erzählt beide Reisen – die Stadt und den Dschungel. Wie sich Malaysia mit Kindern wirklich anfühlt, was sich lohnt, was überraschend gut funktioniert, und was wir beim nächsten Mal anders einplanen würden.


Kurz für Familien

Reisedauer

3 Tage Kuala Lumpur + rund 2 Wochen Sabah/Borneo. Empfehlung: 4–5 Tage KL, mindestens 3 Nächte am Kinabatangan.

Reiserhythmus

Zwei Tempi: städtisch und zügig in KL, langsam und naturnah in Borneo. Beides bewusst trennen.

Geeignet für

Familien mit Kindern ab ca. 6 Jahren. KidZania ab 4. Der Kinabatangan begeistert tierbegeisterte Kinder jeden Alters.

Eher herausfordernd bei

Extremer Mittagshitze, hoher Luftfeuchtigkeit, sehr kleinen Kindern und empfindlichen Mägen.

Unser ehrliches Fazit

Ein Land wie zwei Reisen – die Stadt überrascht, der Dschungel bleibt.


Teil 1: Kuala Lumpur – die Stadt

Kind spaziert an eindrcuksvollen Wandmalereien vorbei

Chinatown und ein versteckter Moment Stadtgeschichte

Unser erster voller Tag begann früh in Kuala Lumpurs Chinatown. Rund um die Petaling Street: Märkte, kleine Läden, Streetfood-Stände. Ein buntes Treiben, das sich schon am Morgen in Bewegung setzt.


Das eigentliche Highlight war die Kwai Chai Hong – eine restaurierte Gasse abseits des Trubels. Die interaktiven Wandmalereien zeigen das Leben der chinesischen Einwanderer in den 1960er-Jahren. Leroy las die Bildunterschriften, Louis schaute lange auf eine bestimmte Szene und fragte, was die Menschen dort arbeiteten.


Manchmal braucht es keine Erklärung. Das Bild reicht.


Wer die Gasse kennt, sieht Chinatown anders. Wer sie nicht kennt, sieht nur die Petaling Street.


Eindrucksvoll in den Himmel reichend, der Merdeka 118 - zweithöchstes Gebäude der Welt.

Der Merdeka 118 und die Petronas Towers bei Nacht

Mit 678,9 Metern ist der Merdeka 118 das höchste Gebäude Südostasiens und das zweithöchste der Welt. Wir sahen ihn von unten – und er ist imposant, wie Hochhäuser nur von der Strasse aus imposant sein können.


Die Petronas Towers erlebten wir am Abend vom Fenster unseres Apartments. Beleuchtet, spiegelnd, ruhig. Leroy sagte, sie sähen aus wie die Schaltfläche eines Raumschiffs. Das war keine schlechte Beschreibung.


Beleuchtet bei Nacht wirken die Petronas Towers wie aus einem anderen Film – und das Beste daran: Man muss nirgendwo hinfahren, wenn man das richtige Apartment hat.


Berühmte farbige Treppe zu den Batu Caves sowie die riesige goldene Statue

Batu Caves – früh starten lohnt sich

Am zweiten Tag brachen wir früh auf, um noch vor der Mittagshitze bei den Batu Caves zu sein. Die Kalksteinhöhlen ausserhalb von Kuala Lumpur beherbergen wichtige hinduistische Tempel – und 270 farbige Stufen, die hinaufführen.


Die Affen sind allgegenwärtig und respektieren persönlichen Raum nicht sonderlich. Louis hielt sein Wasser, nach dem Vorfall in Kambodscha, gut fest. Kluge Entscheidung.


Oben: Höhlentempel, eine surreale Weite im Fels, und ein Blick zurück auf die Stufen, die man gerade bezwungen hat. Für Kinder ist das ein echter Aufstieg mit echtem Ziel. Nicht einfach Treppe – sondern Treppe mit Aussicht. Das macht einen Unterschied.


Leroy und Louis unterwegs in der Kinderstadt von KidZania

KidZania – geplant: 2 Stunden. Geblieben: 6

KidZania Kuala Lumpur ist eine interaktive Miniaturstadt für Kinder: Berufe ausprobieren, Geld verdienen, eigene Entscheidungen treffen. Als Arzt, Pilot, Feuerwehrmann, Lieferbote oder Koch.


Wir hatten zwei Stunden eingeplant. Daraus wurden sechs.


Leroy und Louis tauchten in ihre eigenen Welten – und kamen kaum wieder heraus. Wir Eltern sassen in der Parents Lounge, tranken Kaffee, schauten durch Glasscheiben zu und genossen die Ruhe.


KidZania ist eines jener Erlebnisse, die man nicht erzwingen kann. Man gibt den Kindern Raum – und sie verschwinden darin auf die beste Art.


Den Abend verbrachten wir im Pool des Apartments, mit Blick auf die beleuchtete Skyline. Kein Museum, keine Sehenswürdigkeit – einfach Wasser, Abendluft und eine Stadt, die sich nicht erklärt, sondern zeigt.


Als wir Kuala Lumpur nach drei Tagen verliessen, hatten wir das Gefühl, gerade erst angekommen zu sein. Wir nahmen uns vor, nach Malaysia zurückzukehren – um das Land ausserhalb der Hauptstadt zu entdecken. Wochen später lösten wir dieses Versprechen ein.


Teil 2: Borneo – der Dschungel

Kota Kinabalu – ankommen und langsamer werden

Die Rückkehr nach Malaysia führte uns nach Sabah, in den Norden Borneos. Und Sabah ist ein anderes Land als Kuala Lumpur.


Kota Kinabalu empfing uns mit einer Hitze und Luftfeuchtigkeit, die fast überwältigend war. Fiona versuchte einmal, zu Fuss die Umgebung zu erkunden, und gab nach wenigen Minuten auf. Klimaanlagen sind hier nicht Luxus, sondern Grundlage des Alltags. Wir lernten schnell, den Tag danach zu takten: früh raus, mittags rein.


Im Aquarium fanden die Jungs ein Wesen, das sie so schnell nicht vergessen würden – einen Pfeilschwanzkrebs. Ein Urzeittier, älter als die Dinosaurier, das aussieht, als wäre es aus einer anderen Zeit hierhergeraten. Später gab es Bowling für die Jungs, eine Massage für Fiona, abends ein Gesellschaftsspiel.


Nicht jeder Tag war leicht. Fiona kämpfte mehrere Tage mit einer Magenverstimmung und war zeitweise komplett ausgebremst. Einmal fiel nachts der Wassertank aus, und wir mussten in die Nachbarvilla ausweichen – wobei die Jungs prompt eine Fledermaus entdeckten und den Umzug plötzlich grossartig fanden.


Auf einer langen Reise gehören die stillen, mühsamen Tage genauso dazu wie die grossen. Sie stehen nur seltener auf Fotos.


Zwischendurch besuchten die Jungs eine kleine Kunstschule. Leroy druckte eine digitale Figur an einem 3D-Drucker, Louis vollendete seinen Comic. Es waren die ruhigen Stunden, die Sabah für uns menschlich machten – bevor der wilde Teil begann.


Der Kinabatangan – ein Dschungel, der sich bewegt

Vom trockenen Stadtalltag fuhren wir rund zwei Stunden in eine andere Welt: an den Kinabatangan-Fluss, zu einer Lodge mitten im Regenwald. Auf dem Weg dorthin sahen wir kilometerweit Palmölplantagen, dazwischen gerodete Flächen. Der Dschungel, in den wir fuhren, ist ein Rückzugsort geworden – und man spürt es.


An der Lodge ging alles schnell: Kaum angekommen, spielten Leroy und Louis schon Volleyball mit einer Familie aus Australien. Später kamen Kinder aus Frankreich dazu. Man verständigte sich über Sprachgrenzen hinweg, mit Händen, Lachen und Kartenspielen. Die Jungs schlossen Freundschaften, für die sie keine gemeinsame Sprache brauchten.


Die Bootssafaris begannen früh – der Wecker klingelte um sechs. Der Guide führte uns in stille Altarme, wo die Wasseroberfläche spiegelglatt lag. Und der Fluss lebte: Nashornvögel, gleich drei Arten, bedroht durch Lebensraumverlust und Wilderei. Nasenaffen in den Bäumen. Lang- und Schweinsschwanzmakaken. Warane, schwarze Eichhörnchen, riesige Schmetterlinge. Salzwasserkrokodile, die reglos in sicherer Entfernung lagen.


Louis war von den Käfern fasziniert und nahm die ungefährlichen vorsichtig in die Hand. Leroy war beeindruckt, wie der Guide Tierstimmen nachahmte und jeden Baumstamm auf Schlangen prüfte, bevor wir näher kamen.


Und dann, an einem Abend, kam der Moment, der alles überstrahlte: Eine Herde Borneo-Zwergelefanten überquerte im Sonnenuntergang den Fluss. Grosse und kleine Tiere, im goldenen Licht, mitten durch das Wasser. Niemand sagte etwas. Es gab nichts zu sagen.


Neugierig, wie sich Malaysia – Stadt und Dschungel – in eine längere Asienreise einbauen lässt? Konkrete Routen zeigen mehr als jede Packliste:



Nachtsafari im Regen

Eine der Nachtsafaris machten Leroy und Nathaniel zu zweit. Kaum auf dem Wasser, brach ein tropischer Regenschauer los. Innerhalb von Minuten waren beide durchnässt.


Das Boot glitt im Dunkeln lautlos über einen grossen Baumstamm. Die Taschenlampe des Guides fand in der Schwärze zwei grün leuchtende Augen – ein Krokodil. Dazu Eulen, Warane, nachtaktive Tiere, die tagsüber verborgen bleiben.


Leroy hat auf der Rückfahrt kaum gesprochen. Nicht aus Angst. Eher, weil manche Dinge zu gross sind, um sie sofort in Worte zu fassen.


Die frechen Frühstücksdiebe

Nicht alles am Kinabatangan war ehrfürchtig. Manches war einfach nur komisch.


Beim Frühstück auf der Lodge sprangen zwei Affen wie aus dem Nichts auf den Tisch. Louis schnappte sich blitzschnell seinen Teller und rettete sein Essen, während Leroy und die anderen Kinder erst einmal die Flucht ergriffen. Einen Moment lang Chaos – dann lachten alle herzlich. Der Schreck war schnell vergessen, das Frühstück ersetzt, und die Kinder verbrachten den halben Vormittag damit, die «frechen Frühstücksdiebe» im Geäst zu suchen.


Es sind diese Momente, die Kinder von einer Reise mit nach Hause nehmen. Nicht die Sehenswürdigkeit. Die Geschichte.


Sandakan und der Abschied von Malaysia

Nach den Tagen am Fluss ging es zurück nach Sandakan, dem Tor zur berühmten Orang-Utan-Auffangstation von Sepilok, mitten in der Region, in der wir uns bewegten. Wir waren müde, aber voller Bilder. Den letzten Abend verbrachten wir ruhig auf einer Dachterrasse über der Stadt, mit einem kurzen Spaziergang durch Sandakan.


Am nächsten Morgen hob unser Flug ab – weiter nach Indonesien. Malaysia lag hinter uns, in zwei Teilen: die Stadt und der Dschungel. Kaum zu glauben, dass beides dasselbe Land war.


Was wir bei Malaysia mit Kindern heute anders planen würden

Erstens: Die Stadt und den Dschungel bewusst trennen. Kuala Lumpur ist Tempo, Sabah ist Ruhe. Wer beides in dieselbe Woche presst, wird beidem nicht gerecht. Wir würden zwischen KL und Borneo bewusst einen Rhythmuswechsel einplanen.


Zweitens: Dem Kinabatangan mehr Zeit geben. Die frühen Bootssafaris waren der Höhepunkt der ganzen Malaysia-Zeit. Drei Nächte an der Lodge sind ein guter Anfang – vier oder fünf wären besser. Jede Fahrt zeigt anderes.


Drittens: Puffertage gegen Hitze und Magen einplanen. Die Luftfeuchtigkeit in Sabah ist intensiv, und Magenverstimmungen gehören auf langen Reisen dazu. Ein flexibler Tag ohne festes Programm nimmt viel Druck heraus – gerade mit Kindern.


Viertens: In KL früher losziehen und KidZania vorbuchen. Die Batu Caves lohnen sich kurz nach Sonnenaufgang, wenn es kühler und ruhiger ist. Und KidZania-Tickets sind an Wochenenden und in Schulferien schnell vergriffen – wer sicher rein will, bucht vorab.


Für wen Malaysia mit Kindern passt – und für wen eher nicht

Malaysia mit Kindern passt besonders gut für Familien, die zwei sehr verschiedene Erlebnisse in einem Land verbinden möchten: eine moderne asiatische Grossstadt und echten Regenwald mit wilder Tierwelt. Für tierbegeisterte Kinder ist der Kinabatangan schwer zu übertreffen.


KidZania ist ab etwa vier Jahren geeignet, am meisten profitieren Kinder zwischen sechs und zwölf. Die Batu Caves sind für gehfähige Kinder ab vier machbar, aber anspruchsvoll. Die Bootssafaris am Kinabatangan funktionieren auch mit jüngeren Kindern gut, solange sie Geduld und frühes Aufstehen mitbringen.


Eher herausfordernd ist Malaysia für Familien mit Kleinstkindern oder mit Kindern, die Hitze und Feuchtigkeit schlecht vertragen. Sowohl KL als auch Sabah sind heiss und feucht – wer mit quengelndem Nachwuchs durch die Mittagshitze läuft, hat keine Freude.


Als Bausteine einer längeren Asienreise sind beide Teile ideal: Kuala Lumpur als Grossstadt-Zwischenstopp zwischen Thailand, Vietnam oder Kambodscha und den Philippinen – und Borneo als wildes Naturkapitel, das man bewusst dranhängt.


Fazit: Lohnt sich Malaysia mit Kindern?

Malaysia mit Kindern lohnt sich – und zwar doppelt. Nicht als ein Reiseziel, sondern als zwei.


Kuala Lumpur hat uns überrascht: Die Mischung aus Tempel, Stadtgeschichte und KidZania war stärker, als wir erwartet hatten. KidZania allein wäre schon ein Grund für einen Zwischentag. Die Batu Caves sind ein echtes Erlebnis, wenn man früh aufbricht. Und die nächtliche Skyline, gesehen vom eigenen Wohnzimmer aus, ist schlicht schön.


Borneo aber ist es, was bleibt. Elefanten, die im Abendlicht einen Fluss überqueren. Ein Krokodil mit grün leuchtenden Augen im Regen. Zwei freche Affen auf dem Frühstückstisch. Das sind die Bilder, die unsere Jungs behalten haben – und wir auch.


Wenn ihr Malaysia mit Kindern plant, gebt beiden Seiten Raum: der Stadt und dem Dschungel. Zusammen ergeben sie eine der abwechslungsreichsten Familienreisen, die Südostasien zu bieten hat.


Erfahrt, wie wir Familien bei genau solchen Routen begleiten – und schaut in Ruhe, was davon zu euch passen könnte.



— Nathaniel und Fiona, mit Leroy und Louis

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