Visum und Einreise mit Kindern – 29 Länder für CH, DE und AT

Wir sind mit vier Pässen durch 14 Länder gereist und hatten kein einziges echtes Problem am Schalter. Das lag nicht am Glück – sondern daran, dass drei Dinge vorher geklärt waren.
Der unangenehmste Moment der ganzen Reise dauerte zwanzig Minuten und hatte nichts mit einem Visum zu tun.
Wir standen in Chengdu am Schalter für den Inlandsflug nach Peking, und mein Pass liess sich nicht einlesen. Immer wieder nicht. Der Grund war banal: drei Vornamen und ein Doppelnachname passen nicht in jedes System. Zwanzig Minuten, in denen zwei Kinder daneben standen und die Schlange hinter uns länger wurde.
Genau das ist unsere Erfahrung mit Einreisen: Die Visa selbst waren fast überall eine Sache von Minuten. Was Zeit gekostet hat, waren die Kleinigkeiten, mit denen niemand rechnet.
Dieser Artikel deckt 29 Länder ab, für alle drei deutschsprachigen Pässe: Schweiz, Deutschland und Österreich. Wo wir selbst waren, ist gekennzeichnet – der Rest ist recherchiert und als solcher ausgewiesen.
Die kurze Antwort: Für Familien aus der Schweiz, Deutschland und Österreich ist die Einreise in fast alle 29 Länder dieser Übersicht visumfrei oder per Online-Verfahren möglich. Entscheidend sind drei Dinge: sechs Monate Passgültigkeit bei der Einreise, ein eigener Antrag pro Kind und der Weiterreisenachweis. Und: Arrival Cards kosten nirgendwo etwas.
⚠️ Bitte zuerst lesen Dieser Artikel ist eine Momentaufnahme vom 16. August 2026. Einreisebestimmungen ändern sich laufend, manchmal von einem Tag auf den anderen. Wir sind eine reisende Familie, keine Behörde – wir aktualisieren diesen Artikel nicht fortlaufend. Nutzt ihn als Orientierung und als Ausgangspunkt für eure eigene Recherche. Verlasst euch für eure konkrete Reise ausschliesslich auf die offiziellen Quellen, die wir weiter unten verlinken, und auf euer eigenes Aussenministerium. Alle Angaben ohne Gewähr.
Kurz für Familien | |
Länder in dieser Übersicht | 29, für CH, DE und AT |
Davon selbst bereist | 14 |
Wo sich die drei Pässe unterscheiden | Nur in zwei Ländern |
Was fast überall nötig ist | Eine Arrival Card – digital, kostenlos |
Der teuerste Fehler | Ein Visum über ein kommerzielles Portal beantragen |
Wie wir recherchiert haben
Das gehört an den Anfang, weil ihr wissen sollt, worauf ihr euch verlasst – und weil ihr die Methode für jedes weitere Land selbst anwenden könnt. Wir arbeiten mit drei Quellenebenen, in dieser Reihenfolge.
Ebene 1 – Die Behörde des Ziellandes. Das ist die verbindliche Quelle. Wer Einreise regelt, ist die Einwanderungsbehörde des Landes, in das ihr wollt – nicht euer eigenes Aussenministerium. Diese Seiten führen die Länderlisten, die Gebühren und die Formulare.
Ebene 2 – Euer eigenes Aussenministerium. Es ordnet ein, warnt und nennt Besonderheiten für die eigene Staatsangehörigkeit: eda.admin.ch für die Schweiz, auswaertiges-amt.de für Deutschland, bmeia.gv.at für Österreich.
Ebene 3 – Die Vertretung des Ziellandes in eurem Land. Für Zweifelsfälle. Botschaften und Konsulate antworten auf E-Mails, und ihre Auskunft ist verbindlicher als jeder Blogartikel – auch als dieser.
Was uns dabei aufgefallen ist: Die drei Aussenministerien widersprechen sich häufiger, als man denkt. Bei Thailand nennt das EDA für die Landgrenze 30 Tage, das Auswärtige Amt 60. Bei Hongkong verlangt die offizielle Vertretung sechs Monate Passgültigkeit, das Auswärtige Amt einen Monat. Beim Thema Einverständniserklärung für Kinder ist das BMEIA durchgehend strenger als die beiden anderen.
In solchen Fällen gilt: nehmt die strengere Auslegung. Sie kostet euch im schlimmsten Fall einen unnötigen Ausdruck. Die lockerere kann euch die Reise kosten.
Die drei Dinge, die vor allen Ländern kommen
1. Die Restgültigkeit der Pässe – und zwar bei der Einreise. Die meisten Länder verlangen sechs Monate Restgültigkeit ab Einreisedatum. Nicht ab Buchung, nicht ab Abflug. Bei einer längeren Reise heisst das: Rechnet vom letzten Land rückwärts.
Kinderpässe sind dabei die Falle – sie laufen kürzer als die von Erwachsenen. Und einige Länder akzeptieren bestimmte Dokumente gar nicht: China keine vorläufigen Pässe, Indonesien und die Malediven keinen verlängerten Kinderreisepass, die USA mit einem Kinderreisepass kein ESTA, Malaysia keine beschädigten Pässe.
2. Jedes Kind ist ein eigener Fall. Fast überall braucht jedes Kind einen eigenen Antrag – auch Säuglinge. Eigenes Visum, eigene Arrival Card, in den meisten Fällen zum vollen Preis. Ausnahmen gibt es wenige: Sri Lanka (ETA unter 12 kostenlos), Kambodscha (unter 12 gebührenfrei), Südkorea (bis 17 keine K-ETA), Malediven (für alle gratis). Indonesien macht keine Ausnahme.
3. Der Weiterreisenachweis. Viele Länder verlangen den Nachweis, dass ihr wieder ausreist. Kontrolliert wird das häufiger von der Fluggesellschaft beim Check-in als von der Grenzbehörde – und genau das ist der Punkt, an dem es unangenehm wird: Die Airline lässt euch im Zweifel gar nicht einsteigen. Am strengsten sind die Philippinen, Indonesien, Katar, die Malediven, Taiwan, Hongkong, Fidschi und Samoa.
Die Gesamtübersicht
✅ visumfrei · 🟡 elektronische Genehmigung nötig · ❌ Visum nötig
✈️ selbst bereist · ⏱ nur im Transit · 📅 auf unserer Route geplant · ○ recherchiert
Südostasien
Land | CH | DE | AT | Dauer | Was ihr braucht | |
Thailand | ✈️ | ✅ | ✅ | ✅ | 60 Tage | TDAC |
Vietnam | ✈️ | ✅ 45 T | ✅ 45 T | ❌ | 45 / 90 Tage | AT braucht ein eVisa |
Malaysia | ✈️ | ✅ | ✅ | ✅ | 90 Tage | MDAC · Sabah zählt separat |
Singapur | ○ | ✅ | ✅ | ✅ | 90 Tage | SGAC · kein Passstempel mehr |
Indonesien | ✈️ | ❌ | ❌ | ❌ | 30 Tage | e-VOA + Arrival Card + Bali-Abgabe |
Philippinen | ✈️ | ✅ | ✅ | ✅ | 30 Tage | eTravel · Rückflug streng |
Kambodscha | ✈️ | ❌ | ❌ | ❌ | 30 Tage | eVisa 36 USD oder Visa on Arrival |
Laos | ✈️ | ✅ 15 T | ❌ | ❌ | 15 / 30 Tage | Nur CH visumfrei · LDIF für alle |
Brunei | ✈️ | ✅ | ✅ | ✅ | 90 Tage | Drei getrennte Registrierungen |
Ost-Timor | 📅 | ✅ | ✅ | ✅ | 90 Tage | e-Declaration |
Ost- und Südasien
Land | CH | DE | AT | Dauer | Was ihr braucht | |
Japan | ✈️ | ✅ | ✅ | ✅ | 90 Tage | Visit Japan Web |
China | ✈️ | ✅ | ✅ | ✅ | 30 Tage | Befristet bis 31.12.2026 |
Südkorea | ✈️ | ✅ | ✅ | ✅ | 90 Tage | e-Arrival Card seit 2026 Pflicht |
Taiwan | ○ | ✅ | ✅ | ✅ | 90 Tage | TWAC seit Oktober 2025 |
Hongkong | ○ | ✅ | ✅ | ✅ | 90 Tage | Keine Arrival Card – Zettel aufheben |
Sri Lanka | ✈️ | 🟡 | 🟡 | 🟡 | 30 Tage | ETA – seit Mai 2026 gratis |
Malediven | ○ | ✅ | ✅ | ✅ | 30 Tage | Gratis · IMUGA-Deklaration |
Indien | 📅 | ❌ | ❌ | ❌ | 30 Tage+ | e-Tourist Visa + e-Arrival Card |
Naher Osten, Afrika, Ozeanien und Amerika
Land | CH | DE | AT | Dauer | Was ihr braucht | |
Türkei | ⏱ | ✅ | ✅ | ✅ | 90 Tage | Keine Arrival Card · AT braucht den Pass |
VAE | ○ | ✅ | ✅ | ✅ | 90 Tage | Iris-Scan statt Formular |
Katar | ⏱ | ✅ | ✅ | ✅ | 90 Tage | Rückflug + Unterkunft nachweisen |
Oman | 📅 | ✅ | ✅ | ✅ | 14 Tage | Hotelbuchung + Versicherung |
Südafrika | ✈️ | ✅ | ✅ | ✅ | 90 Tage | Zollerklärung online |
Australien | 📅 | 🟡 | 🟡 | 🟡 | 3 Monate | eVisitor – gratis |
Neuseeland | ○ | 🟡 | 🟡 | 🟡 | 3 Monate | NZeTA + Abgabe |
Fidschi | ○ | ✅ | ✅ | ✅ | 4 Monate | Pass 6 Monate, streng |
Tonga | ○ | ✅ | ✅ | ✅ | 90 Tage | Schengen-Bonus |
Samoa | ○ | ✅ | ✅ | ✅ | 90 Tage | Permit über Arrival Card |
USA / Hawaii | ○ | 🟡 | 🟡 | 🟡 | 90 Tage | ESTA 40.27 USD |
Der wichtigste Befund: In 27 von 29 Ländern werden Schweizer, Deutsche und Österreicher gleich behandelt. Nur zwei machen einen Unterschied – und beide betreffen Österreich.
Die zwei Ausnahmen, die man kennen muss
Laos – nur Schweizer reisen visumfrei ein. Schweizer dürfen 15 Tage visumfrei nach Laos, Deutsche und Österreicher brauchen ein Visum. Österreich hatte eine befristete Befreiung, die Ende 2024 ausgelaufen ist. Wer sich auf einen älteren Blogartikel verlässt, steht am Grenzübergang.
Für DE und AT gibt es zwei Wege: ein eVisa über laoevisa.gov.la für rund 50 US-Dollar mit drei Arbeitstagen Bearbeitung, oder ein Visa on Arrival für rund 40 US-Dollar in bar. Für alle drei Nationalitäten ist seit September 2025 das LDIF Pflicht – auch für Schweizer mit Visumbefreiung, und zwar zweimal: vor der Einreise und vor der Ausreise.
Ein Hinweis, den Auswärtiges Amt und BMEIA beide geben: Prüft in Laos, ob ihr tatsächlich einen Einreisestempel bekommen habt. Ein fehlender Stempel führt bei der Ausreise zu Geldstrafen – auch ohne eigenes Verschulden.
Vietnam – Österreich fehlt auf der Liste. Schweizer und Deutsche reisen 45 Tage visumfrei, Österreicher brauchen ein eVisa für 25 US-Dollar. Der Grund ist banal: Vietnam hat die Befreiung in Etappen vergeben. Deutschland kam im März 2025 dazu, die Schweiz im August 2025 – Österreich stand auf keiner der beiden Listen. Eine Ausnahme gibt es: Auf Phu Quoc dürfen alle 30 Tage visumfrei einreisen, wenn sie direkt aus dem Ausland anreisen und die Insel nicht verlassen.
Wie sich Aufenthaltsdauer und Route zusammendenken lassen?
Die Arrival Cards – kostenlos, aber fast überall
Immer mehr Länder haben ihre Einreisekarte digitalisiert. Statt eines Zettels im Flugzeug füllt man vorher online ein Formular aus und bekommt einen QR-Code. Merkt euch diese Regel: Sie sind ausnahmslos kostenlos.
Land | Name | Fenster |
Thailand | TDAC | 3 Tage |
Vietnam | PAI | 72 Stunden |
Malaysia | MDAC | 3 Tage |
Singapur | SGAC | 3 Tage |
Indonesien | All Indonesia | 72 Stunden |
Philippinen | eTravel | 72 Stunden |
Kambodscha | Cambodia e-Arrival | 7 Tage |
Laos | LDIF | 3 Tage vor Ein- und Ausreise |
Brunei | E-Arrival + Gesundheit + Zoll | 72 Stunden, Ein- und Ausreise |
Ost-Timor | e-Declaration | 5 Tage |
Japan | Visit Japan Web | vor Ankunft, empfohlen |
China | China Arrival Card | vor Ankunft |
Südkorea | e-Arrival Card | 3 Tage |
Taiwan | TWAC | 3 Tage |
Malediven | IMUGA Traveller Declaration | 96 Stunden, Ein- und Ausreise |
Indien | e-Arrival Card | 72 Stunden |
Südafrika | Zollerklärung (SARS) | 24 Stunden |
Neuseeland | NZTD | 24 Stunden |
Zwei Länder haben gar keine: Hongkong hat seine Ankunftskarte abgeschafft, die Türkei hatte nie eine. In Hongkong bekommt ihr stattdessen einen ausgedruckten Zettel mit der bewilligten Aufenthaltsdauer – und weil es keinen Passstempel mehr gibt, ist das euer einziger Nachweis. Aufheben.
Wir füllen die Formulare inzwischen für alle vier Personen am Vorabend aus. Das dauert zwanzig Minuten und erspart die Situation, in einer Ankunftshalle ohne WLAN ein Formular ausfüllen zu müssen – mit vier Rucksäcken und zwei müden Kindern.
Woran ihr echte Regierungsseiten erkennt
Das ist der Abschnitt, wegen dem wir diesen Artikel überhaupt geschrieben haben.
Es gibt eine ganze Industrie von Websites, die aussehen wie Behördenseiten. Sie sind meist nicht illegal – sie füllen für euch dasselbe Formular aus, das ihr selbst in zehn Minuten ausfüllen könntet. Nur verlangen sie dafür ein Vielfaches, manchmal für etwas, das gar nichts kostet.
Was | Offiziell | Vermittler verlangen |
Sri Lanka ETA | 0 USD für CH, DE, AT | 60–100 EUR |
Australien eVisitor | 0 AUD | 50–100 AUD |
Malediven Traveller Declaration | 0 | 20–60 EUR |
Taiwan TWAC | 0 | 20–50 EUR |
USA ESTA | 40.27 USD | 90–150 USD |
Neuseeland NZeTA | 17 NZD über die App | 150–250 NZD |
1. Prüft die Domain-Endung, nicht den Namen der Seite. Echte Regierungsportale enden auf die offizielle Länderkennung: .gov.th, .gov.vn, .gov.my, .go.id, .gov.ph, .gov.kh, .gov.la, .gov.bn, .gov.cn, .go.kr, .gov.tw, .gov.hk, .gov.lk, .gov.mv, .gov.in, .gov.tr, .gov.ae, .gov.qa, .gov.om, .gov.za, .gov.au, .govt.nz, .gov.fj, .gov.ws, .gov für die USA. Namen wie «cambodiaimmigration.org» oder «evisa-india.com» klingen offiziell und sind es nicht.
Zwei Fallstricke: Bei Katar reicht .qa nicht – es muss .gov.qa sein. Umgekehrt sind einige echte Tourismusbehörden auf .com unterwegs, etwa Dubai und Katar.
2. Geht nie über eine Suchmaschinen-Anzeige. Die bezahlten Treffer über den echten Suchergebnissen gehören fast ausschliesslich kommerziellen Anbietern. Tippt die Adresse direkt ein.
3. Vergleicht den Betrag – und misstraut jeder «Service Fee». Behörden trennen nicht zwischen «Government Fee» und «Service Fee». Wer das tut, ist ein Vermittler.
4. Misstraut «Express» und «24-Stunden-Garantie». Behörden versprechen so etwas nicht.
5. Achtet auf den Zahlungsdienstleister. Indonesien akzeptiert ausschliesslich Rupiah über die offiziellen Kanäle – niemals US-Dollar oder Kryptowährungen. Wer etwas anderes sieht, sollte abbrechen.
6. Wenn ein Land etwas gar nicht anbietet, ist jedes Angebot dafür ein Fake. Hongkong hat weder Arrival Card noch elektronische Reisegenehmigung – jede «Hong Kong Arrival Card» ist reine Abzocke. Die Türkei verlangt von CH, DE und AT gar kein Visum.
7. Nehmt die Warnungen der Behörden selbst ernst. Die maledivische Behörde warnt vor Seiten, die für die kostenlose Deklaration Geld verlangen. Singapurs Einwanderungsbehörde schreibt, ihre URLs enthielten immer .ica.gov.sg. Die philippinische eTravel-Seite nennt sich selbst «die einzige offizielle Website». Thailands TDAC-Seite trägt bewusst den Zusatz «No Fees Required».
Die offiziellen Adressen
Speichert diese Liste. Sie ist der eigentliche Nutzen dieses Artikels.
Land | Offizielle Seite |
Thailand – Arrival Card | tdac.immigration.go.th |
Thailand – eVisa | thaievisa.go.th |
Vietnam – eVisa | evisa.gov.vn |
Vietnam – Arrival Card | prearrival.immigration.gov.vn |
Malaysia – MDAC | imigresen-online.imi.gov.my/mdac/main |
Singapur – SGAC | eservices.ica.gov.sg/sgarrivalcard |
Indonesien – e-VOA | evisa.imigrasi.go.id |
Indonesien – Arrival Card | allindonesia.imigrasi.go.id |
Indonesien – Bali-Abgabe | lovebali.baliprov.go.id |
Philippinen – eTravel | etravel.gov.ph |
Kambodscha – eVisa | evisa.gov.kh |
Kambodscha – e-Arrival | arrival.gov.kh |
Laos – eVisa | laoevisa.gov.la |
Laos – LDIF | immigration.gov.la |
Brunei – E-Arrival | imm.gov.bn |
Ost-Timor – e-Declaration | tilesw.customs.gov.tl |
Japan – Visit Japan Web | services.digital.go.jp/en/visit-japan-web |
China – Arrival Card | s.nia.gov.cn |
Südkorea – K-ETA | k-eta.go.kr |
Südkorea – e-Arrival Card | e-arrivalcard.go.kr |
Taiwan – Visumfreiheit | boca.gov.tw |
Taiwan – Arrival Card | twac.immigration.gov.tw |
Hongkong – Einreise | immd.gov.hk |
Sri Lanka – ETA | eta.gov.lk |
Malediven – Deklaration | imuga.immigration.gov.mv |
Indien – eVisa | indianvisaonline.gov.in |
Türkei – Visa-Info | mfa.gov.tr |
VAE – Einreise | u.ae |
Katar – Visa Waiver | portal.moi.gov.qa |
Oman – eVisa | evisa.rop.gov.om |
Südafrika – Zollerklärung | sars.gov.za/travellerdeclaration |
Australien – eVisitor | immi.homeaffairs.gov.au |
Neuseeland – NZeTA | nzeta.immigration.govt.nz |
Fidschi – Einreise | immigration.gov.fj |
Samoa – Permits | mpmc.gov.ws |
USA – ESTA | esta.cbp.dhs.gov |
Indonesien: was uns die Verlängerung gelehrt hat
Ein Beispiel dafür, wie sehr «online möglich» und «komplett online» auseinandergehen können.
Unser Visum für Indonesien lief über evisa.imigrasi.go.id – das offizielle Portal. Auch die Verlängerung haben wir online beantragt, und das funktionierte reibungslos.
Aber: Für die Biometrie mussten wir persönlich vor Ort erscheinen. Und das ist der Punkt, an dem man Zeit einplanen sollte. Der eigentliche Termin dauert etwa fünf Minuten – Fotos machen, fertig. Die Wartezeit davor kann anderthalb bis zweieinhalb Stunden betragen.
Unsere Empfehlung: Seid früh dort. Wirklich früh, gleich bei Öffnung. Zweieinhalb Stunden in einem Wartebereich sind mit zwei Kindern eine andere Erfahrung als zwanzig Minuten. Wer den ersten Termin des Tages erwischt, ist nach einer halben Stunde wieder draussen.
Was bei Kindern besonders zu beachten ist
Reist ein Kind mit nur einem Elternteil, verlangen manche Länder eine Einverständniserklärung des anderen. Die drei Aussenministerien legen das unterschiedlich aus: Das Auswärtige Amt und das EDA verlangen sie in der Regel nur für unbegleitete Minderjährige, das BMEIA empfiehlt sie generell auch bei Reise mit nur einem Elternteil.
Unsere Empfehlung: Eine englischsprachige Einverständniserklärung plus eine internationale Geburtsurkunde kosten euch einen Nachmittag. Sie decken vor allem Airline-Kontrollen ab, die strenger sein können als die Grenzbehörde.
Drei Länder mit strengeren Regeln: Die Vereinigten Arabischen Emirate lassen Minderjährige unter 18 nur in Begleitung eines Elternteils oder Vormunds einreisen. Katar verlangt für Kinder mit Kinderreisepass, die nicht in Begleitung eines Elternteils reisen, ein vorab beantragtes Visum. Die Philippinen verlangen für ausländische Kinder unter 15 ohne Elternteil eine Vorabgenehmigung mit notariell beglaubigter Einverständniserklärung beider Eltern.
Und ein Wort zu Südafrika, wo lange sehr strenge Regeln für Minderjährige galten: Bei uns wurde nichts Zusätzliches verlangt. Die Jungs sind mit ihren eigenen Pässen und mit uns beiden eingereist, mehr war nicht nötig. Das Auswärtige Amt hält Geburtsurkunde und Zustimmungserklärung trotzdem für empfehlenswert – schaden kann es nicht, aber nach unserer Erfahrung genügt für visumbefreite Kinder in Begleitung der Eltern der gültige eigene Pass. Reist ein Kind unbegleitet, gilt weiterhin die volle Dokumentenliste.
Die Kleinigkeiten, mit denen niemand rechnet
Das sind die Dinge, die uns tatsächlich aufgehalten haben – nicht die Visa.
Namen, die nicht ins System passen. Drei Vornamen und ein Doppelnachname sind für manche Buchungssysteme zu viel. In Chengdu hat uns das zwanzig Minuten am Schalter gekostet. Wer einen langen oder ungewöhnlichen Namen hat, sollte die Schreibweise auf Ticket und Pass besonders sorgfältig abgleichen und etwas mehr Zeit einplanen.
Regeln, die sich von Land zu Land unterscheiden. Ob Wasser ins Aufgabegepäck darf oder nicht. Ob Bälle vollständig aufgeblasen mitreisen dürfen oder luftleer sein müssen. Wie mit Akkus und Batterien in Kleingeräten umgegangen wird. Nichts davon ist dramatisch – aber es sind genau die Punkte, an denen man am Schalter noch einmal umpacken muss, wenn man es nicht vorher geprüft hat.
Unser Rat: Bei jedem neuen Land einmal kurz die Gepäckregeln der konkreten Fluggesellschaft anschauen. Das dauert fünf Minuten und erspart die Umpackerei vor der Schlange.
Zwei Regelungen mit Ablaufdatum
Das ist der Grund, warum dieser Artikel ein Datum trägt.
China: Die Visumbefreiung für europäische Staatsangehörige – 30 Tage, kostenlos – ist bis zum 31. Dezember 2026 befristet. Sie wurde mehrfach verlängert, garantiert ist nichts.
Südkorea: Die K-ETA-Pflicht für CH, DE und AT ist ebenfalls bis zum 31. Dezember 2026 ausgesetzt. Gleichzeitig ist seit Januar 2026 die e-Arrival Card für alle Einreisenden Pflicht.
Wer 2027 reist, muss beide neu prüfen. Genau solche Regelungen sind der Grund, warum wir bei diesem Artikel kein Aktualisierungsversprechen geben.
Was wir heute früher erledigen
Erstens: Pässe zuerst, alles andere danach. Die Restgültigkeit ist die einzige Hürde in diesem Themenfeld, die Monate braucht.
Zweitens: Aufenthaltsdauer in die Route einrechnen. Dreissig Tage visumfrei klingt viel, bis die geplante Etappe fünfunddreissig dauert. Mehr dazu in Asien Rundreise mit Kindern.
Drittens: alles digital sichern. Pässe, Visa-Bestätigungen, Impfausweise, Geburtsurkunden – in der Cloud und offline auf dem Gerät. Ohne Internet nützt eine Cloud nichts.
Viertens: Arrival Cards am Vorabend ausfüllen. Nicht in der Ankunftshalle.
Fazit
Weniger aufwendig, als man vorher denkt – und an genau drei Stellen mehr, als man erwartet.
Für Familien aus der Schweiz, Deutschland und Österreich ist der grösste Teil der Welt entweder visumfrei oder über ein Online-Verfahren zugänglich. Klassische Botschaftsvisa mit Terminen und eingeschicktem Pass sind in unserer Route kein einziges Mal vorgekommen.
Aufmerksamkeit brauchen: die Restgültigkeit der Kinderpässe, der Weiterreisenachweis für alle, die flexibel reisen – und die Frage, ob ihr gerade auf einer echten Regierungsseite seid.
Wenn ihr euch aus diesem ganzen Artikel einen Satz merkt, dann diesen: Arrival Cards kosten nirgendwo etwas.
Den gesamten Zeitplan der Vorbereitung findet ihr in Weltreise planen mit Kindern – der Countdown.
⚠️ Zum Schluss noch einmal Dieser Artikel hat den Stand vom 16. August 2026 und wird nicht laufend aktualisiert. Wir schreiben das so deutlich, weil wir selbst unterwegs sind und keine Redaktion haben, die Einreisebestimmungen überwacht. Ein Aktualisierungsversprechen, das wir nicht halten können, wäre gefährlicher als gar keines. Prüft vor eurer Abreise in dieser Reihenfolge: erstens die offizielle Seite des Ziellandes aus der Liste oben, zweitens euer eigenes Aussenministerium – eda.admin.ch, auswaertiges-amt.de oder bmeia.gv.at – und drittens im Zweifel die Vertretung des Ziellandes in eurem Land. Wo sich Quellen widersprechen, nehmt die strengere Auslegung. Die Verantwortung für die aktuelle Rechtslage kann euch niemand abnehmen – wir am wenigsten. Alle Angaben ohne Gewähr.
Häufige Fragen zu Visum und Einreise mit Kindern
Brauchen Kinder ein eigenes Visum?
Ja, fast überall — auch Säuglinge. Eigenes Visum, eigene Arrival Card, in den meisten Fällen zum vollen Preis. Ausnahmen gibt es wenige: Sri Lanka (ETA unter 12 kostenlos), Kambodscha (unter 12 gebührenfrei), Südkorea (bis 17 keine K-ETA) und die Malediven (für alle gratis).
Was ist eine Arrival Card und was kostet sie?
Ein digitales Einreiseformular, das ihr vor der Ankunft online ausfüllt und als QR-Code erhaltet. Sie ist ausnahmslos kostenlos — wer dafür Geld verlangt, ist ein kommerzieller Vermittler. Wir füllen die Formulare für alle vier am Vorabend aus: zwanzig Minuten, die euch die Ankunftshalle ohne WLAN ersparen.
Wie lange muss der Pass bei der Einreise gültig sein?
Die meisten Länder verlangen sechs Monate Restgültigkeit ab Einreisedatum — nicht ab Buchung, nicht ab Abflug. Bei einer längeren Reise heisst das: vom letzten Land rückwärts rechnen. Kinderpässe sind die Falle, weil sie kürzer laufen als die von Erwachsenen.
Woran erkennt man offizielle Visa-Seiten?
An der Domain-Endung, nicht am Namen: Echte Regierungsportale enden auf die offizielle Länderkennung wie .gov.th, .go.id oder .gov.vn. Nie über eine Suchmaschinen-Anzeige gehen, und jeder «Service Fee» misstrauen — Behörden trennen nicht zwischen Government Fee und Service Fee.
Braucht es eine Einverständniserklärung, wenn ein Kind mit nur einem Elternteil reist?
Teilweise — die Aussenministerien legen das unterschiedlich aus, das österreichische BMEIA ist am strengsten. Unsere Empfehlung: eine englischsprachige Einverständniserklärung plus internationale Geburtsurkunde. Das kostet einen Nachmittag und deckt vor allem Airline-Kontrollen ab, die strenger sein können als die Grenzbehörde.
Wenn ihr gerade aktiv plant: In diesem Moment sind wir am hilfreichsten.
— Nathaniel und Fiona, mit Leroy und Louis

