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Visum und Einreise mit Kindern – 29 Länder für CH, DE und AT

Autorenbild: dbfam travel
dbfam travel
4. Sept.
12 Min. Lesezeit

Wir sind mit vier Pässen durch 14 Länder gereist und hatten kein einziges echtes Problem am Schalter. Das lag nicht am Glück – sondern daran, dass drei Dinge vorher geklärt waren.



Der unangenehmste Moment der ganzen Reise dauerte zwanzig Minuten und hatte nichts mit einem Visum zu tun.


Wir standen in Chengdu am Schalter für den Inlandsflug nach Peking, und mein Pass liess sich nicht einlesen. Immer wieder nicht. Der Grund war banal: drei Vornamen und ein Doppelnachname passen nicht in jedes System. Zwanzig Minuten, in denen zwei Kinder daneben standen und die Schlange hinter uns länger wurde.


Genau das ist unsere Erfahrung mit Einreisen: Die Visa selbst waren fast überall eine Sache von Minuten. Was Zeit gekostet hat, waren die Kleinigkeiten, mit denen niemand rechnet.


Dieser Artikel deckt 29 Länder ab, für alle drei deutschsprachigen Pässe: Schweiz, Deutschland und Österreich. Wo wir selbst waren, ist gekennzeichnet – der Rest ist recherchiert und als solcher ausgewiesen.


Die kurze Antwort: Für Familien aus der Schweiz, Deutschland und Österreich ist die Einreise in fast alle 29 Länder dieser Übersicht visumfrei oder per Online-Verfahren möglich. Entscheidend sind drei Dinge: sechs Monate Passgültigkeit bei der Einreise, ein eigener Antrag pro Kind und der Weiterreisenachweis. Und: Arrival Cards kosten nirgendwo etwas.
⚠️ Bitte zuerst lesen Dieser Artikel ist eine Momentaufnahme vom 16. August 2026. Einreisebestimmungen ändern sich laufend, manchmal von einem Tag auf den anderen. Wir sind eine reisende Familie, keine Behörde – wir aktualisieren diesen Artikel nicht fortlaufend. Nutzt ihn als Orientierung und als Ausgangspunkt für eure eigene Recherche. Verlasst euch für eure konkrete Reise ausschliesslich auf die offiziellen Quellen, die wir weiter unten verlinken, und auf euer eigenes Aussenministerium. Alle Angaben ohne Gewähr.

Kurz für Familien

Länder in dieser Übersicht

29, für CH, DE und AT

Davon selbst bereist

14

Wo sich die drei Pässe unterscheiden

Nur in zwei Ländern

Was fast überall nötig ist

Eine Arrival Card – digital, kostenlos

Der teuerste Fehler

Ein Visum über ein kommerzielles Portal beantragen


Wie wir recherchiert haben


Das gehört an den Anfang, weil ihr wissen sollt, worauf ihr euch verlasst – und weil ihr die Methode für jedes weitere Land selbst anwenden könnt. Wir arbeiten mit drei Quellenebenen, in dieser Reihenfolge.


Ebene 1 – Die Behörde des Ziellandes. Das ist die verbindliche Quelle. Wer Einreise regelt, ist die Einwanderungsbehörde des Landes, in das ihr wollt – nicht euer eigenes Aussenministerium. Diese Seiten führen die Länderlisten, die Gebühren und die Formulare.


Ebene 2 – Euer eigenes Aussenministerium. Es ordnet ein, warnt und nennt Besonderheiten für die eigene Staatsangehörigkeit: eda.admin.ch für die Schweiz, auswaertiges-amt.de für Deutschland, bmeia.gv.at für Österreich.


Ebene 3 – Die Vertretung des Ziellandes in eurem Land. Für Zweifelsfälle. Botschaften und Konsulate antworten auf E-Mails, und ihre Auskunft ist verbindlicher als jeder Blogartikel – auch als dieser.


Was uns dabei aufgefallen ist: Die drei Aussenministerien widersprechen sich häufiger, als man denkt. Bei Thailand nennt das EDA für die Landgrenze 30 Tage, das Auswärtige Amt 60. Bei Hongkong verlangt die offizielle Vertretung sechs Monate Passgültigkeit, das Auswärtige Amt einen Monat. Beim Thema Einverständniserklärung für Kinder ist das BMEIA durchgehend strenger als die beiden anderen.


In solchen Fällen gilt: nehmt die strengere Auslegung. Sie kostet euch im schlimmsten Fall einen unnötigen Ausdruck. Die lockerere kann euch die Reise kosten.


Die drei Dinge, die vor allen Ländern kommen



1. Die Restgültigkeit der Pässe – und zwar bei der Einreise. Die meisten Länder verlangen sechs Monate Restgültigkeit ab Einreisedatum. Nicht ab Buchung, nicht ab Abflug. Bei einer längeren Reise heisst das: Rechnet vom letzten Land rückwärts.


Kinderpässe sind dabei die Falle – sie laufen kürzer als die von Erwachsenen. Und einige Länder akzeptieren bestimmte Dokumente gar nicht: China keine vorläufigen Pässe, Indonesien und die Malediven keinen verlängerten Kinderreisepass, die USA mit einem Kinderreisepass kein ESTA, Malaysia keine beschädigten Pässe.


2. Jedes Kind ist ein eigener Fall. Fast überall braucht jedes Kind einen eigenen Antrag – auch Säuglinge. Eigenes Visum, eigene Arrival Card, in den meisten Fällen zum vollen Preis. Ausnahmen gibt es wenige: Sri Lanka (ETA unter 12 kostenlos), Kambodscha (unter 12 gebührenfrei), Südkorea (bis 17 keine K-ETA), Malediven (für alle gratis). Indonesien macht keine Ausnahme.


3. Der Weiterreisenachweis. Viele Länder verlangen den Nachweis, dass ihr wieder ausreist. Kontrolliert wird das häufiger von der Fluggesellschaft beim Check-in als von der Grenzbehörde – und genau das ist der Punkt, an dem es unangenehm wird: Die Airline lässt euch im Zweifel gar nicht einsteigen. Am strengsten sind die Philippinen, Indonesien, Katar, die Malediven, Taiwan, Hongkong, Fidschi und Samoa.


Die Gesamtübersicht


✅ visumfrei · 🟡 elektronische Genehmigung nötig · ❌ Visum nötig


✈️ selbst bereist · ⏱ nur im Transit · 📅 auf unserer Route geplant · ○ recherchiert


Südostasien


Land


CH

DE

AT

Dauer

Was ihr braucht

Thailand

✈️

60 Tage

TDAC

Vietnam

✈️

✅ 45 T

✅ 45 T

45 / 90 Tage

AT braucht ein eVisa

Malaysia

✈️

90 Tage

MDAC · Sabah zählt separat

Singapur

90 Tage

SGAC · kein Passstempel mehr

Indonesien

✈️

30 Tage

e-VOA + Arrival Card + Bali-Abgabe

Philippinen

✈️

30 Tage

eTravel · Rückflug streng

Kambodscha

✈️

30 Tage

eVisa 36 USD oder Visa on Arrival

Laos

✈️

✅ 15 T

15 / 30 Tage

Nur CH visumfrei · LDIF für alle

Brunei

✈️

90 Tage

Drei getrennte Registrierungen

Ost-Timor

📅

90 Tage

e-Declaration


Ost- und Südasien


Land


CH

DE

AT

Dauer

Was ihr braucht

Japan

✈️

90 Tage

Visit Japan Web

China

✈️

30 Tage

Befristet bis 31.12.2026

Südkorea

✈️

90 Tage

e-Arrival Card seit 2026 Pflicht

Taiwan

90 Tage

TWAC seit Oktober 2025

Hongkong

90 Tage

Keine Arrival Card – Zettel aufheben

Sri Lanka

✈️

🟡

🟡

🟡

30 Tage

ETA – seit Mai 2026 gratis

Malediven

30 Tage

Gratis · IMUGA-Deklaration

Indien

📅

30 Tage+

e-Tourist Visa + e-Arrival Card


Naher Osten, Afrika, Ozeanien und Amerika


Land


CH

DE

AT

Dauer

Was ihr braucht

Türkei

90 Tage

Keine Arrival Card · AT braucht den Pass

VAE

90 Tage

Iris-Scan statt Formular

Katar

90 Tage

Rückflug + Unterkunft nachweisen

Oman

📅

14 Tage

Hotelbuchung + Versicherung

Südafrika

✈️

90 Tage

Zollerklärung online

Australien

📅

🟡

🟡

🟡

3 Monate

eVisitor – gratis

Neuseeland

🟡

🟡

🟡

3 Monate

NZeTA + Abgabe

Fidschi

4 Monate

Pass 6 Monate, streng

Tonga

90 Tage

Schengen-Bonus

Samoa

90 Tage

Permit über Arrival Card

USA / Hawaii

🟡

🟡

🟡

90 Tage

ESTA 40.27 USD


Der wichtigste Befund: In 27 von 29 Ländern werden Schweizer, Deutsche und Österreicher gleich behandelt. Nur zwei machen einen Unterschied – und beide betreffen Österreich.


Die zwei Ausnahmen, die man kennen muss


Laos – nur Schweizer reisen visumfrei ein. Schweizer dürfen 15 Tage visumfrei nach Laos, Deutsche und Österreicher brauchen ein Visum. Österreich hatte eine befristete Befreiung, die Ende 2024 ausgelaufen ist. Wer sich auf einen älteren Blogartikel verlässt, steht am Grenzübergang.


Für DE und AT gibt es zwei Wege: ein eVisa über laoevisa.gov.la für rund 50 US-Dollar mit drei Arbeitstagen Bearbeitung, oder ein Visa on Arrival für rund 40 US-Dollar in bar. Für alle drei Nationalitäten ist seit September 2025 das LDIF Pflicht – auch für Schweizer mit Visumbefreiung, und zwar zweimal: vor der Einreise und vor der Ausreise.


Ein Hinweis, den Auswärtiges Amt und BMEIA beide geben: Prüft in Laos, ob ihr tatsächlich einen Einreisestempel bekommen habt. Ein fehlender Stempel führt bei der Ausreise zu Geldstrafen – auch ohne eigenes Verschulden.


Vietnam – Österreich fehlt auf der Liste. Schweizer und Deutsche reisen 45 Tage visumfrei, Österreicher brauchen ein eVisa für 25 US-Dollar. Der Grund ist banal: Vietnam hat die Befreiung in Etappen vergeben. Deutschland kam im März 2025 dazu, die Schweiz im August 2025 – Österreich stand auf keiner der beiden Listen. Eine Ausnahme gibt es: Auf Phu Quoc dürfen alle 30 Tage visumfrei einreisen, wenn sie direkt aus dem Ausland anreisen und die Insel nicht verlassen.


Wie sich Aufenthaltsdauer und Route zusammendenken lassen?


Die Arrival Cards – kostenlos, aber fast überall



Immer mehr Länder haben ihre Einreisekarte digitalisiert. Statt eines Zettels im Flugzeug füllt man vorher online ein Formular aus und bekommt einen QR-Code. Merkt euch diese Regel: Sie sind ausnahmslos kostenlos.


Land

Name

Fenster

Thailand

TDAC

3 Tage

Vietnam

PAI

72 Stunden

Malaysia

MDAC

3 Tage

Singapur

SGAC

3 Tage

Indonesien

All Indonesia

72 Stunden

Philippinen

eTravel

72 Stunden

Kambodscha

Cambodia e-Arrival

7 Tage

Laos

LDIF

3 Tage vor Ein- und Ausreise

Brunei

E-Arrival + Gesundheit + Zoll

72 Stunden, Ein- und Ausreise

Ost-Timor

e-Declaration

5 Tage

Japan

Visit Japan Web

vor Ankunft, empfohlen

China

China Arrival Card

vor Ankunft

Südkorea

e-Arrival Card

3 Tage

Taiwan

TWAC

3 Tage

Malediven

IMUGA Traveller Declaration

96 Stunden, Ein- und Ausreise

Indien

e-Arrival Card

72 Stunden

Südafrika

Zollerklärung (SARS)

24 Stunden

Neuseeland

NZTD

24 Stunden


Zwei Länder haben gar keine: Hongkong hat seine Ankunftskarte abgeschafft, die Türkei hatte nie eine. In Hongkong bekommt ihr stattdessen einen ausgedruckten Zettel mit der bewilligten Aufenthaltsdauer – und weil es keinen Passstempel mehr gibt, ist das euer einziger Nachweis. Aufheben.


Wir füllen die Formulare inzwischen für alle vier Personen am Vorabend aus. Das dauert zwanzig Minuten und erspart die Situation, in einer Ankunftshalle ohne WLAN ein Formular ausfüllen zu müssen – mit vier Rucksäcken und zwei müden Kindern.


Woran ihr echte Regierungsseiten erkennt


Das ist der Abschnitt, wegen dem wir diesen Artikel überhaupt geschrieben haben.


Es gibt eine ganze Industrie von Websites, die aussehen wie Behördenseiten. Sie sind meist nicht illegal – sie füllen für euch dasselbe Formular aus, das ihr selbst in zehn Minuten ausfüllen könntet. Nur verlangen sie dafür ein Vielfaches, manchmal für etwas, das gar nichts kostet.


Was

Offiziell

Vermittler verlangen

Sri Lanka ETA

0 USD für CH, DE, AT

60–100 EUR

Australien eVisitor

0 AUD

50–100 AUD

Malediven Traveller Declaration

0

20–60 EUR

Taiwan TWAC

0

20–50 EUR

USA ESTA

40.27 USD

90–150 USD

Neuseeland NZeTA

17 NZD über die App

150–250 NZD


1. Prüft die Domain-Endung, nicht den Namen der Seite. Echte Regierungsportale enden auf die offizielle Länderkennung: .gov.th, .gov.vn, .gov.my, .go.id, .gov.ph, .gov.kh, .gov.la, .gov.bn, .gov.cn, .go.kr, .gov.tw, .gov.hk, .gov.lk, .gov.mv, .gov.in, .gov.tr, .gov.ae, .gov.qa, .gov.om, .gov.za, .gov.au, .govt.nz, .gov.fj, .gov.ws, .gov für die USA. Namen wie «cambodiaimmigration.org» oder «evisa-india.com» klingen offiziell und sind es nicht.


Zwei Fallstricke: Bei Katar reicht .qa nicht – es muss .gov.qa sein. Umgekehrt sind einige echte Tourismusbehörden auf .com unterwegs, etwa Dubai und Katar.


2. Geht nie über eine Suchmaschinen-Anzeige. Die bezahlten Treffer über den echten Suchergebnissen gehören fast ausschliesslich kommerziellen Anbietern. Tippt die Adresse direkt ein.


3. Vergleicht den Betrag – und misstraut jeder «Service Fee». Behörden trennen nicht zwischen «Government Fee» und «Service Fee». Wer das tut, ist ein Vermittler.


4. Misstraut «Express» und «24-Stunden-Garantie». Behörden versprechen so etwas nicht.


5. Achtet auf den Zahlungsdienstleister. Indonesien akzeptiert ausschliesslich Rupiah über die offiziellen Kanäle – niemals US-Dollar oder Kryptowährungen. Wer etwas anderes sieht, sollte abbrechen.


6. Wenn ein Land etwas gar nicht anbietet, ist jedes Angebot dafür ein Fake. Hongkong hat weder Arrival Card noch elektronische Reisegenehmigung – jede «Hong Kong Arrival Card» ist reine Abzocke. Die Türkei verlangt von CH, DE und AT gar kein Visum.


7. Nehmt die Warnungen der Behörden selbst ernst. Die maledivische Behörde warnt vor Seiten, die für die kostenlose Deklaration Geld verlangen. Singapurs Einwanderungsbehörde schreibt, ihre URLs enthielten immer .ica.gov.sg. Die philippinische eTravel-Seite nennt sich selbst «die einzige offizielle Website». Thailands TDAC-Seite trägt bewusst den Zusatz «No Fees Required».


Die offiziellen Adressen


Speichert diese Liste. Sie ist der eigentliche Nutzen dieses Artikels.


Land

Offizielle Seite

Thailand – Arrival Card

tdac.immigration.go.th

Thailand – eVisa

thaievisa.go.th

Vietnam – eVisa

evisa.gov.vn

Vietnam – Arrival Card

prearrival.immigration.gov.vn

Malaysia – MDAC

imigresen-online.imi.gov.my/mdac/main

Singapur – SGAC

eservices.ica.gov.sg/sgarrivalcard

Indonesien – e-VOA

evisa.imigrasi.go.id

Indonesien – Arrival Card

allindonesia.imigrasi.go.id

Indonesien – Bali-Abgabe

lovebali.baliprov.go.id

Philippinen – eTravel

etravel.gov.ph

Kambodscha – eVisa

evisa.gov.kh

Kambodscha – e-Arrival

arrival.gov.kh

Laos – eVisa

laoevisa.gov.la

Laos – LDIF

immigration.gov.la

Brunei – E-Arrival

imm.gov.bn

Ost-Timor – e-Declaration

tilesw.customs.gov.tl

Japan – Visit Japan Web

services.digital.go.jp/en/visit-japan-web

China – Arrival Card

s.nia.gov.cn

Südkorea – K-ETA

k-eta.go.kr

Südkorea – e-Arrival Card

e-arrivalcard.go.kr

Taiwan – Visumfreiheit

boca.gov.tw

Taiwan – Arrival Card

twac.immigration.gov.tw

Hongkong – Einreise

immd.gov.hk

Sri Lanka – ETA

eta.gov.lk

Malediven – Deklaration

imuga.immigration.gov.mv

Indien – eVisa

indianvisaonline.gov.in

Türkei – Visa-Info

mfa.gov.tr

VAE – Einreise

u.ae

Katar – Visa Waiver

portal.moi.gov.qa

Oman – eVisa

evisa.rop.gov.om

Südafrika – Zollerklärung

sars.gov.za/travellerdeclaration

Australien – eVisitor

immi.homeaffairs.gov.au

Neuseeland – NZeTA

nzeta.immigration.govt.nz

Fidschi – Einreise

immigration.gov.fj

Samoa – Permits

mpmc.gov.ws

USA – ESTA

esta.cbp.dhs.gov


Indonesien: was uns die Verlängerung gelehrt hat


Ein Beispiel dafür, wie sehr «online möglich» und «komplett online» auseinandergehen können.


Unser Visum für Indonesien lief über evisa.imigrasi.go.id – das offizielle Portal. Auch die Verlängerung haben wir online beantragt, und das funktionierte reibungslos.


Aber: Für die Biometrie mussten wir persönlich vor Ort erscheinen. Und das ist der Punkt, an dem man Zeit einplanen sollte. Der eigentliche Termin dauert etwa fünf Minuten – Fotos machen, fertig. Die Wartezeit davor kann anderthalb bis zweieinhalb Stunden betragen.


Unsere Empfehlung: Seid früh dort. Wirklich früh, gleich bei Öffnung. Zweieinhalb Stunden in einem Wartebereich sind mit zwei Kindern eine andere Erfahrung als zwanzig Minuten. Wer den ersten Termin des Tages erwischt, ist nach einer halben Stunde wieder draussen.


Was bei Kindern besonders zu beachten ist



Reist ein Kind mit nur einem Elternteil, verlangen manche Länder eine Einverständniserklärung des anderen. Die drei Aussenministerien legen das unterschiedlich aus: Das Auswärtige Amt und das EDA verlangen sie in der Regel nur für unbegleitete Minderjährige, das BMEIA empfiehlt sie generell auch bei Reise mit nur einem Elternteil.


Unsere Empfehlung: Eine englischsprachige Einverständniserklärung plus eine internationale Geburtsurkunde kosten euch einen Nachmittag. Sie decken vor allem Airline-Kontrollen ab, die strenger sein können als die Grenzbehörde.


Drei Länder mit strengeren Regeln: Die Vereinigten Arabischen Emirate lassen Minderjährige unter 18 nur in Begleitung eines Elternteils oder Vormunds einreisen. Katar verlangt für Kinder mit Kinderreisepass, die nicht in Begleitung eines Elternteils reisen, ein vorab beantragtes Visum. Die Philippinen verlangen für ausländische Kinder unter 15 ohne Elternteil eine Vorabgenehmigung mit notariell beglaubigter Einverständniserklärung beider Eltern.


Und ein Wort zu Südafrika, wo lange sehr strenge Regeln für Minderjährige galten: Bei uns wurde nichts Zusätzliches verlangt. Die Jungs sind mit ihren eigenen Pässen und mit uns beiden eingereist, mehr war nicht nötig. Das Auswärtige Amt hält Geburtsurkunde und Zustimmungserklärung trotzdem für empfehlenswert – schaden kann es nicht, aber nach unserer Erfahrung genügt für visumbefreite Kinder in Begleitung der Eltern der gültige eigene Pass. Reist ein Kind unbegleitet, gilt weiterhin die volle Dokumentenliste.


Die Kleinigkeiten, mit denen niemand rechnet


Das sind die Dinge, die uns tatsächlich aufgehalten haben – nicht die Visa.


Namen, die nicht ins System passen. Drei Vornamen und ein Doppelnachname sind für manche Buchungssysteme zu viel. In Chengdu hat uns das zwanzig Minuten am Schalter gekostet. Wer einen langen oder ungewöhnlichen Namen hat, sollte die Schreibweise auf Ticket und Pass besonders sorgfältig abgleichen und etwas mehr Zeit einplanen.


Regeln, die sich von Land zu Land unterscheiden. Ob Wasser ins Aufgabegepäck darf oder nicht. Ob Bälle vollständig aufgeblasen mitreisen dürfen oder luftleer sein müssen. Wie mit Akkus und Batterien in Kleingeräten umgegangen wird. Nichts davon ist dramatisch – aber es sind genau die Punkte, an denen man am Schalter noch einmal umpacken muss, wenn man es nicht vorher geprüft hat.


Unser Rat: Bei jedem neuen Land einmal kurz die Gepäckregeln der konkreten Fluggesellschaft anschauen. Das dauert fünf Minuten und erspart die Umpackerei vor der Schlange.


Zwei Regelungen mit Ablaufdatum


Das ist der Grund, warum dieser Artikel ein Datum trägt.


China: Die Visumbefreiung für europäische Staatsangehörige – 30 Tage, kostenlos – ist bis zum 31. Dezember 2026 befristet. Sie wurde mehrfach verlängert, garantiert ist nichts.


Südkorea: Die K-ETA-Pflicht für CH, DE und AT ist ebenfalls bis zum 31. Dezember 2026 ausgesetzt. Gleichzeitig ist seit Januar 2026 die e-Arrival Card für alle Einreisenden Pflicht.


Wer 2027 reist, muss beide neu prüfen. Genau solche Regelungen sind der Grund, warum wir bei diesem Artikel kein Aktualisierungsversprechen geben.


Was wir heute früher erledigen


Erstens: Pässe zuerst, alles andere danach. Die Restgültigkeit ist die einzige Hürde in diesem Themenfeld, die Monate braucht.


Zweitens: Aufenthaltsdauer in die Route einrechnen. Dreissig Tage visumfrei klingt viel, bis die geplante Etappe fünfunddreissig dauert. Mehr dazu in Asien Rundreise mit Kindern.


Drittens: alles digital sichern. Pässe, Visa-Bestätigungen, Impfausweise, Geburtsurkunden – in der Cloud und offline auf dem Gerät. Ohne Internet nützt eine Cloud nichts.


Viertens: Arrival Cards am Vorabend ausfüllen. Nicht in der Ankunftshalle.


Fazit


Weniger aufwendig, als man vorher denkt – und an genau drei Stellen mehr, als man erwartet.


Für Familien aus der Schweiz, Deutschland und Österreich ist der grösste Teil der Welt entweder visumfrei oder über ein Online-Verfahren zugänglich. Klassische Botschaftsvisa mit Terminen und eingeschicktem Pass sind in unserer Route kein einziges Mal vorgekommen.


Aufmerksamkeit brauchen: die Restgültigkeit der Kinderpässe, der Weiterreisenachweis für alle, die flexibel reisen – und die Frage, ob ihr gerade auf einer echten Regierungsseite seid.


Wenn ihr euch aus diesem ganzen Artikel einen Satz merkt, dann diesen: Arrival Cards kosten nirgendwo etwas.


Den gesamten Zeitplan der Vorbereitung findet ihr in Weltreise planen mit Kindern – der Countdown.


⚠️ Zum Schluss noch einmal Dieser Artikel hat den Stand vom 16. August 2026 und wird nicht laufend aktualisiert. Wir schreiben das so deutlich, weil wir selbst unterwegs sind und keine Redaktion haben, die Einreisebestimmungen überwacht. Ein Aktualisierungsversprechen, das wir nicht halten können, wäre gefährlicher als gar keines. Prüft vor eurer Abreise in dieser Reihenfolge: erstens die offizielle Seite des Ziellandes aus der Liste oben, zweitens euer eigenes Aussenministerium – eda.admin.ch, auswaertiges-amt.de oder bmeia.gv.at – und drittens im Zweifel die Vertretung des Ziellandes in eurem Land. Wo sich Quellen widersprechen, nehmt die strengere Auslegung. Die Verantwortung für die aktuelle Rechtslage kann euch niemand abnehmen – wir am wenigsten. Alle Angaben ohne Gewähr.

Häufige Fragen zu Visum und Einreise mit Kindern

Ja, fast überall — auch Säuglinge. Eigenes Visum, eigene Arrival Card, in den meisten Fällen zum vollen Preis. Ausnahmen gibt es wenige: Sri Lanka (ETA unter 12 kostenlos), Kambodscha (unter 12 gebührenfrei), Südkorea (bis 17 keine K-ETA) und die Malediven (für alle gratis).

Ein digitales Einreiseformular, das ihr vor der Ankunft online ausfüllt und als QR-Code erhaltet. Sie ist ausnahmslos kostenlos — wer dafür Geld verlangt, ist ein kommerzieller Vermittler. Wir füllen die Formulare für alle vier am Vorabend aus: zwanzig Minuten, die euch die Ankunftshalle ohne WLAN ersparen.

Die meisten Länder verlangen sechs Monate Restgültigkeit ab Einreisedatum — nicht ab Buchung, nicht ab Abflug. Bei einer längeren Reise heisst das: vom letzten Land rückwärts rechnen. Kinderpässe sind die Falle, weil sie kürzer laufen als die von Erwachsenen.

An der Domain-Endung, nicht am Namen: Echte Regierungsportale enden auf die offizielle Länderkennung wie .gov.th, .go.id oder .gov.vn. Nie über eine Suchmaschinen-Anzeige gehen, und jeder «Service Fee» misstrauen — Behörden trennen nicht zwischen Government Fee und Service Fee.

Teilweise — die Aussenministerien legen das unterschiedlich aus, das österreichische BMEIA ist am strengsten. Unsere Empfehlung: eine englischsprachige Einverständniserklärung plus internationale Geburtsurkunde. Das kostet einen Nachmittag und deckt vor allem Airline-Kontrollen ab, die strenger sein können als die Grenzbehörde.

Wenn ihr gerade aktiv plant: In diesem Moment sind wir am hilfreichsten.


— Nathaniel und Fiona, mit Leroy und Louis

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