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Laos mit Kindern – langsam, grün und unvergesslich

  • Autorenbild: dbfam travel
    dbfam travel
  • 28. Apr.
  • 4 Min. Lesezeit

Laos überrascht nicht mit grossen Städten oder Massentourismus. Es überrascht mit Stille, Fluss und einem Rhythmus, der einem guttut. Besonders als Familie.


Wir kannten Laos fast nicht. Hatten keine grossen Erwartungen. Und genau das war vielleicht der beste Ausgangspunkt.

Zwischen Thailand und Vietnam liegt ein Land, das sich nicht beeilt. Keine Millionenstädte, keine Autobahnen, keine Einkaufszentren mit sieben Stockwerken. Was es hat: einen der schönsten Flüsse Asiens, eine von Mönchen geprägte Kultur und Wasserfälle, die einem den Atem verschlagen.

 

Kurz für Familien

Reisedauer

Wir: knapp 9 Tage. Empfehlung: 2–3 Wochen für Slowboat, Luang Prabang, Vang Vieng.

Reiserhythmus

Sehr langsam. Laos belohnt Familien, die sich Zeit nehmen.

Geeignet für

Familien, die entschleunigen wollen und Natur mehr schätzen als Sehenswürdigkeiten.

Eher herausfordernd bei

Langen Bootfahrten mit kleinen Kindern, einfacher Infrastruktur, weniger Komfort.

Unser ehrliches Fazit

Laos ist kein Mainstream-Ziel. Dafür eines der ehrlichsten Südostasiens.

 

Grenzübertritt – Slowboat-Einschiffung in Houay Xay

Die Grenze von Thailand nach Laos überquert man in Chiang Khong auf einer Brücke über den Mekong. Auf der anderen Seite empfing uns Tang von Mekong Lover Cruises. Innerhalb von Minuten hatten wir unsere Arrival Documents ausgefüllt – visafreier Eintritt für uns.


Das Slowboat wartete im Hafen. Daneben lag ein Public Slowboat – signifikant günstiger, aber deutlich simpler. Wir waren froh um unsere Entscheidung: Zwei Tage auf dem Mekong brauchen Sitzkomfort.


Tang erklärte uns Kultur, Traditionen und das Programm. Mittagessen: klassisch laotisch. Nachmittags: ein Nomadendorf. Wie wenig die Menschen dort brauchen – und wie würdevoll sie wirken. Das hat alle vier von uns beschäftigt.


Zwei Tage auf dem Mekong – zwischen Langsamkeit und Staunen

Der Mekong ist breiter als erwartet, grüner als gedacht und ruhiger als alles andere. Zwei Tage darauf zu sitzen – mit einem Buch, Kaffee, Dschungel links und rechts – ist für Erwachsene Entschleunigung pur.


Leroy und Louis haben die erste Stunde damit verbracht, sich zu beschweren, dass es «langweilig» ist. Nach der zweiten Stunde begannen sie, das Ufer zu beobachten, Vögel zu zählen, andere Passagiere kennenzulernen. So funktioniert Langsamkeit.


Wir machten einen Halt in einem Dorf für selbstgebrannten Whisky. Und einen zweiten bei einem Höhlentempel im Fels – in der Dunkelheit aufblitzend, wenn man die Lampe hält. Eindrücklich, wortlos, selten.


Die Nacht in Pakbang: einfache Unterkunft, gutes Essen. Fiona gönnte sich Haarewaschen inklusive Strecken für kaum etwas.


Wer zwei Tage auf dem Mekong verbringt, versteht, warum Laos anders ist.


Slowboat mit Kindern: vorher klären

– Können eure Kinder lange sitzen? Zwei Tage Mekong sind für ruhige Kinder grossartig – für rastlose eine echte Herausforderung

– Braucht ihr Komfort? Das Private Slowboat bietet deutlich bessere Sitze als das Public Boat

– Reicht euch Natur statt Programm? Das Slowboat ist Entschleunigung – kein Unterhaltungspaket

– Wie geht ihr mit einfacher Infrastruktur um? Unterwegs und in Pakbang sind die Verhältnisse schlicht

– Ist langsames Reisen für euch Erholung oder Stress? Ehrlich antworten – das Slowboat zeigt es schnell


Wenn ihr euch fragt, ob Laos mit Kindern wirklich zu euch passt, helfen konkrete Routen oft mehr als allgemeine Tipps.


Luang Prabang – die schönste Stadt auf dieser Reise

Luang Prabang ist wie eingefroren. Tempel, Mekong, Palmen, Kolonialbauten. Keine Hochhäuser, kein Verkehrslärm. Man setzt sich irgendwann einfach hin.


Das Almgiving erlebten wir um 5:30 Uhr morgens. Mönche in orangefarbenen Roben empfangen Spenden – in absoluter Stille, ohne Dankbarkeit, ohne Blickkontakt. Leroy und Louis standen still. Wir auch.


Die Living Farm: Wir erlebten alle Schritte der Reisproduktion selbst, halfen beim Anpflanzen, beim Dreschen. Eine braune Gottesanbeterin wurde beim Reisschneiden entdeckt. Louis und Nathaniel nahmen sie auf die Hand.


Die Kuang Si Wasserfälle: türkisblaue Becken, übereinander gestaffelt, Dschungel ringsum. Wir waren früh genug für gute Fotos – und danach schwammen wir unter dem Wasserfall. Das Wasser war kalt. Leroy sprang trotzdem rein.


Kuang Si ist der Ort, an dem wir alle gleichzeitig aufgehört haben zu reden.


Zug nach Vang Vieng – mit kleinem Messer-Drama

Die chinesische Eisenbahn verbindet Luang Prabang mit Vientiane. Bahnhöfe ausserhalb der Städte, Sicherheitskontrollen strenger als am Flughafen. Messer und Scheren verboten.


Unser Taschenmesser mussten wir abgeben. Das gute Victorinox – bei einer günstigen Ablenkung – konnte gerettet werden. Fiona war dabei effizienter als wir zugeben wollen.


Vang Vieng – Kajak, Lagune, Markt und die besten Sandwiches der Reise

Der Morgenmarkt war eindrücklich: lebende Aale, tote Schlangen, Eichhörnchen. Ein ehrlicher Einblick in das, was hier gegessen wird.

Kajak auf dem Fluss. Motorräder zum Aussichtspunkt mit den zwei verrosteten Bikes auf dem Hügel – atemberaubende Aussicht auf Kalksteinfelsen. Blue Lagoon: natürliche Quellen, türkisblaues Wasser. Die Jungs spielten, bis die Finger runzelig wurden.

Und dann: die Sandwiches von Big Momma. Grosse Baguettes, frisch und günstig. Wir haben sie dreimal gegessen. Beim dritten Mal beschlossen wir: Die sind die besten Sandwiches der ganzen Reise.


Warum Laos mit Kindern nicht für jede Familie gleich gut passt

Laos ist kein einfaches Reiseziel. Die Infrastruktur ist schlichter als in Thailand oder Vietnam. Manche Unterkünfte haben weniger Komfort als erwartet. Der Transport dauert länger, als die Karte vermuten lässt.


Zwei Tage Slowboat mit Kindern brauchen Geduld. Die ersten Stunden sind schön. Die mittleren können lang werden. Wer sehr kleine Kinder dabei hat, die Stillsitzen schwierig finden, sollte das einkalkulieren.


Auch das Essen ist einfacher als anderswo. Wer mit wählerischen Kindern reist, braucht etwas Anpassungsfähigkeit. Was Laos dafür bietet: eine Authentizität, die man in touristisch dichteren Ländern schwerer findet.


Was ihr aus diesem Artikel für eure Planung mitnehmen könnt

– Laos ist nicht für jede Familie – wer Komfort und Planbarkeit braucht, ist in Thailand oder Vietnam besser aufgehoben

– Das Slowboat entscheidet früh: Wer zwei Tage auf dem Mekong geniesst, wird Laos lieben

– Luang Prabang ist für fast alle Familien ein Highlight – auch für jene, die sonst schnell reisen

– Laos braucht Offenheit für das Einfache – und belohnt diese Offenheit ausserordentlich

Dieser Artikel hilft euch, wenn ihr gerade prüft, ob Laos mit Kindern zu euch passt. Besonders wichtig sind Reisetempo, die Bereitschaft zum Slowboat und realistische Erwartungen an die Infrastruktur.


Fazit: Laos mit Kindern

Laos ist nicht für Familien gemacht, die in einer Woche alles sehen wollen. Es ist für Familien, die bereit sind, zwei Tage auf einem Boot zu sitzen und darin etwas Schönes zu finden. Die früh aufstehen, um Mönche zu beobachten. Die unter Wasserfällen schwimmen, auch wenn das Wasser kalt ist.


Wer das mitbringt, findet eines der schönsten und unangestrengten Reiseziele Südostasiens.

 

Wenn ihr Laos oder eine Südostasien-Route mit Kindern plant: Erfahrt, wie wir Familien begleiten – und welcher nächste Schritt für euch sinnvoll sein könnte.

 

— Nathaniel und Fiona, mit Leroy und Louis

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