Philippinen mit Kindern – Sardinen, Schildkröten und erstes Tauchen
- dbfam travel
- 15. Mai
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 5 Tagen

Die Philippinen mit Kindern: Sardinenschwärme, die man nicht plant. Meeresschildkröten am frühen Morgen. Und ein erstes Tauchen, das Leroy und Louis die Unterwasserwelt von einer ganz neuen Seite gezeigt hat.
Wir hatten nicht viel erwartet. Nach Wochen in Vietnam, Laos und Kambodscha waren wir erschöpft vom Kulturprogramm und ehrlich gesagt auch ein wenig gesättigt. Die Philippinen sollten ruhiger werden. Wasser statt Tempel. Natur statt Stadtgetriebe. Wir haben uns deshalb bewusst für wenige ruhigere Ziele statt für ein volles Touristenprogramm entschieden.
Was wir bekamen, übertraf das bei weitem. Nicht weil alles perfekt war – die langen Transferzeiten, die holprigen Fährverbindungen und die Müdigkeit der letzten Wochen waren real. Sondern weil die Momente, die wirklich blieben, sich von keinem Reiseführer hätten ankündigen lassen.
Dieser Artikel beschreibt, wie sich die Philippinen mit Kindern anfühlen: welche Inseln, welche Erlebnisse, welches Tempo – und was Familien wissen sollten, bevor sie buchen.
Kurz für Familien | |
Reisedauer | Wir: knapp 3 Wochen (Moalboal, Siquijor, Bohol/Panglao). Empfehlung: mind. 2–3 Wochen für 2–3 Inseln. |
Reiserhythmus | Langsam. 4–6 Nächte pro Insel. Transfertage bewusst einplanen – Fähren brauchen Zeit. |
Geeignet für | Familien mit wasserfrohen Kindern. Schnorcheln ab ca. 5 Jahren, Tauchen ab ca. 8–10 Jahren. |
Eher herausfordernd bei | Langen Fährtransfers mit kleinen Kindern, komplexen Inselsprüngen, intensiver Hitze. |
Unser ehrliches Fazit | Die Philippinen sind das Wasser-Kapitel jeder Asienreise – wenn man bereit ist, etwas länger hinzufahren. |
Moalboal und die Sardinen – ein Naturerlebnis ohne Ankündigung

Moalboal auf Cebu ist kein glamouröser Ort. Der Panagsama Beach ist lebendig, leicht chaotisch und klar auf Backpacker ausgerichtet. Man schläft einfach, isst günstig und ist eine Minute zu Fuss vom Wasser entfernt.
Direkt vor der Küste: der Sardinenstrand. Riesige Schwärme silberner Fische, die sich in Wellen und Formationen durch das Wasser bewegen. Man muss nicht tief tauchen. Man muss nicht weit schwimmen. Man muss nur ins Wasser und schauen.
Wir schnorchelten zweimal mit den Sardinen. Das zweite Mal war eindrücklicher als das erste – die Schwärme lagen dichter, das Wasser war klarer. Es gibt Momente, die sich nicht gut in Worte übersetzen lassen. Umhüllt von tausenden Fischen zu schwimmen ist einer davon.
Die Sardinen in Moalboal waren das eindrücklichste Naturerlebnis unserer gesamten Weltreise. Nicht wegen der Planung – sondern wegen der Unmittelbarkeit.
Drei Meeresschildkröten um sieben Uhr morgens

Am dritten Morgen in Moalboal brachen Fiona und Nathaniel früh auf. Leroy und Louis meinten nur: «zu früh». Vielleicht. Aber wer früh startet, sieht manchmal Dinge, die sonst nicht zu sehen sind.
Kurz nach dem ersten Sardinenschwarm: gleich mehrere grüne Meeresschildkröten. Gross, ruhig, majestätisch. Sie zogen ihre Bahnen, ohne uns zu beachten. Man schwimmt daneben und versteht, warum Leute danach vom Tauchen und Schnorcheln nicht mehr loskommen.
Es ist eine Sache, Schildkröten in einem Aquarium zu sehen. Eine ganz andere, neben ihnen durch das Wasser zu gleiten.
Siquijor – Inselleben auf Scootern und an Wasserfällen
Von Moalboal führte uns eine mehrstündige Fährkette über Liloan, Sibulan und Dumaguete auf die Insel Siquijor. Die Transfers waren lang. Die Ankünfte lohnten sich.
Siquijor hat einen Ruf – die Insel gilt als mystisch, als Ort der Schamanen und alten Bräuche. Was wir erlebten: freundliche Menschen, ruhige Strassen, einen alten Balete-Baum mit Fisch-Spa (die Fische waren gross – ein besonders mutiger biss Louis in den Fuss) und die Cambugahay Falls.
Die Wasserfälle gehören zum Touristenprogramm der Insel – das merkt man. Aber die Tarzan-Schaukel über das türkisfarbene Becken haben Leroy und Louis mehrfach ausprobiert. Es wurde gelacht, geplanscht, und irgendwann wollte keiner mehr aufhören.
Leroy fragte mich auf dem Rückweg vom zweiten Wasserfall, warum die Filipinos so glücklich wirkten – überall wurde gelacht, gesungen, gegrüsst. Eine Frage, auf die es keine einfache Antwort gibt. Aber man spürt diese Herzlichkeit hier wirklich.
Siquijor ist keine Insel für grosse Sehenswürdigkeiten. Sondern für das Gefühl, irgendwo anzukommen, das man noch nicht kannte.
Neugierig, wie sich die Philippinen in eine längere Asienroute einfügen lassen? Konkrete Routen helfen mehr als Tipps. → Unsere Beispielreisen durch Asien
Bohol – Delfine bei Sonnenaufgang und das Tarsier-Heiligtum
Auf Bohol erwarteten uns die Chocolate Hills – hunderte gleichmässig geformte Hügel, die in der Trockenzeit braun werden und an Schokolade erinnern. Ein seltsames, faszinierendes Panorama, das schwer zu erklären ist, bevor man es gesehen hat.
Die Tarsiere – winzige Primaten mit übergrossen Augen, auch Koboldmakis genannt – waren ein stilles Erlebnis. Man beobachtet sie in einem Schutzgebiet, geht leise, spricht wenig. Die Jungs haben das tatsächlich respektiert.
Das stärkste Erlebnis auf Bohol: eine Bootstour mit Führer Jules vor Balicasag Island. Wir starteten im Morgengrauen. Keine fünf Minuten nach dem Ablegen auf dem offenen Meer: eine grosse Delfinschule, direkt am Bug. Wir waren die Einzigen, die nah genug dran waren – rund zwanzig weitere Boote im Hintergrund, wir mit dem besten Blick. Dazu das Morgenlicht über dem blauen Meer: bestes Postkarten-Sujet.
Danach Schnorcheln bei Balicasag, mit starker Strömung und mehreren Meeresschildkröten. Eine Stunde, die alle ausgepumpt und glücklich zurückliess.
Das erste Tauchen – Freedive und Bubble Maker für Louis

Auf Bohol entdeckten Leroy und Fiona bei einem Spaziergang eine kleine Tauchschule. Die Idee: ein gemeinsamer Fun Dive – Nathaniel und Leroy als Freediver, Louis bei reduzierter Tiefe als Bubble-Maker-Kursteilnehmer. Fiona hat ihren Open Water Diver vor vielen Jahren gemacht und wollte vom Boot aus zuschauen und helfen, falls mit den Kindern etwas ist.
Für Leroy und Nathaniel war es das erste Mal wirklich unter Wasser, mit Ausrüstung und einem Guide an der Seite. Keine Zertifizierung, kein Kurs – einfach der erste Moment, in dem man unter der Oberfläche atmet und merkt: hier ist eine ganz andere Welt.
Louis machte den Bubble Maker. Ein speziell auf jüngere Kinder zugeschnittenes Erlebnis, bei dem man maximal 2–3 m tief tauchen darf – Louis ist seinem Guide allerdings einige Male entwischt und sicher auf 4–5 m hinuntergetaucht. Er fand es «eigentlich ganz okay», was bei Louis ungefähr dem Ausdruck grösster Begeisterung entspricht. Er verstand nur nicht, warum Leroy und Nathaniel bis zu 10 m tief durften und er nicht – obwohl er das doch eigentlich auch wollte.
Leroy ist unter Wasser gegangen und irgendwie als jemand anderes wieder hochgekommen. Als jemand, der weiss, wie es sich anfühlt zu atmen, wo eigentlich keine Luft sein sollte.
Was wir bei den Philippinen mit Kindern heute anders planen würden
Transfers realistisch einschätzen. Die Fährketten zwischen den Inseln brauchen Zeit. Liloan – Sibulan – Dumaguete – Siquijor war ein halber Reisetag. Wer das unterschätzt, kommt müde und gereizt an. Puffertage nach langen Transfertagen sind keine Schwäche, sondern Vernunft. Dazu kommt: viele Fähren sind nur vor Ort buchbar, was Vorbereitung und Planung erschwert.
Früh zum Sardinenstrand. Am frühen Morgen sind weniger Schnorchler und Taucher im Wasser. Sardinen und Schildkröten waren früh deutlich intensiver zu sehen. Wer ausschlafen will, verpasst den besten Teil.
Tauchen frühzeitig organisieren. Die Tauchschule auf Bohol haben wir durch Zufall entdeckt. Wer mit Kindern tauchen möchte – Bubble Maker oder Freedive – sollte das vorab recherchieren und buchen. Nicht alle Schulen bieten diese Einstiegsprogramme an.
Für wen die Philippinen mit Kindern passen – und für wen eher nicht
Die Philippinen passen gut zu Familien, die Wasser mögen und bereit sind, für das richtige Erlebnis etwas weiter zu fahren und mehr Logistik zu managen als anderswo in Südostasien. Schnorcheln ist ab etwa fünf Jahren realistisch, Bubble Maker und Freedive-Einstiege ab etwa acht bis zehn Jahren. Wer den Junior Open Water machen möchte, braucht ein Mindestalter von zehn Jahren. Die Philippinen bieten sich dafür nicht nur wegen der traumhaften Wasserwelt an, sondern auch wegen der hohen Sicherheits- und Qualitätsstandards.
Wer wasserscheue Kinder hat oder Insellogistik zu stressig findet, ist in Thailand oder Vietnam mit weniger Aufwand besser bedient. Die Philippinen belohnen aber genau jene Familien, die sich auf die Transfers einlassen – und dann einfach bleiben.
Leroy und Louis hatten auf den Philippinen die grösste Eigenständigkeit der gesamten Reise. Scooterfahrten, Tarzan-Schaukeln, erstes Tauchen. Das braucht eine gewisse Reife – und Eltern, die loslassen können.
Fazit: Philippinen mit Kindern – das Wasser-Kapitel jeder Asienreise
Die Philippinen mit Kindern sind kein einfaches Reiseziel. Zu viele Inseln, zu viele Fähren, zu viel Logistik. Aber genau das macht sie auch zu einem Abenteuer, das sich von allem anderen unterscheidet, was wir in Südostasien erlebt haben. Man muss bewusst auswählen und das Programm reduzieren können.
Sardinenstrand Moalboal. Meeresschildkröten beim Frühschwimmen. Delfinschule bei Sonnenaufgang. Erstes Tauchen auf Bohol. Das sind keine austauschbaren Reisemomente. Das sind die Sorten Erinnerungen, die bleiben.
Wenn ihr Philippinen mit Kindern plant: Gebt den Inseln Zeit, akzeptiert die Transfers als Teil des Abenteuers – und geht früh ins Wasser.
Erfahrt, wie wir Familien begleiten – und schaut in Ruhe, was davon zu euch passen könnte. → So begleiten wir euch
— Nathaniel und Fiona, mit Leroy und Louis

