Packliste Asien mit Kindern – was ihr wirklich braucht und was zuhause bleiben kann
- dbfam travel

- 26. Mai
- 6 Min. Lesezeit
Packliste Asien mit Kindern: Wir sind mit zwei 55-Liter-Rucksäcken, zwei 40-Liter-Rucksäcken, zwei Tagesrucksäcken und einer Handtasche gestartet. Nach 100 Tagen in acht Ländern wissen wir genau, was davon gebraucht wurde – und was nicht.
Bevor wir im Januar aus der Schweiz aufbrachen, verbrachten Fiona und ich Stunden damit, Packlisten zu lesen, YouTube-Videos zu schauen und am Ende doch «auf Nummer sicher» zu gehen. Winterjacken für Sri Lankas Hochland. Schnorchel für die Philippinen. Medikamente für jede denkbare Situation. Drei Paar Schuhe pro Person.
Fünfundneunzig Prozent der Zeit trugen wir Flipflops. Die Trekkingschuhe waren vielleicht zweimal im Einsatz. Die Schnorchel hätten wir vor Ort kaufen können – für weniger Geld und ohne das Gewicht.
Dieser Artikel ist kein ideales Packlisten-Template. Er ist eine ehrliche Einschätzung nach 100 Tagen, was für eine Familienreise nach Asien wirklich nötig ist – und was man getrost weglassen kann.
Kurz für Familien – unser Start-Gepäck | |
Unsere Route | 8 Länder, 100 Tage: Südafrika, Sri Lanka, Thailand, Laos, Vietnam, Kambodscha, Malaysia, Philippinen. |
Unser Start-Gepäck | 2× 55L Hauptrucksäcke (Eltern), 2× 40L Rucksäcke (Kinder), 2× Tagesrucksäcke, 1× Handtasche. |
Grösster Fehler | Zu viel eingepackt – fast alles «vielleicht»-Gepäck blieb ungenutzt. |
Beste Entscheidung | Packcubes. Ohne sie wäre das tägliche Umpacken ein Alptraum geworden. |
Unser Fazit | Was fehlt, lässt sich fast überall kaufen. Was zu viel ist, trägt man 100 Tage mit sich. |
Was wirklich nötig ist – und warum
Die wichtigste Regel lautet: Wenn ihr beim Einpacken denkt «das brauchen wir vielleicht», lasst es zuhause. Was fehlt, kann in Thailand, Vietnam oder Malaysia für wenig Geld nachgekauft werden. Was zu viel ist, trägt man jeden Tag.
Das heisst nicht, dass man ohne Vorbereitung fliegt. Es heisst, dass man zwischen «nötig» und «beruhigend» unterscheiden muss.
Kleidung: weniger ist mehr, Merino ist Gold
Für drei Monate Asien braucht jede Person maximal fünf bis sechs T-Shirts, zwei bis drei kurze Hosen oder Röcke, eine leichte Regenjacke und eine etwas wärmere Schicht für das Hochland (Sri Lanka, Vietnam-Nord). Das ist alles.
Zudem kann man gefühlt an jeder Strassenecke für günstig Wäschewaschen. Wir würden eher robuste Kleidung mitnehmen und nicht die liebsten oder empfindlichsten Stücke. Unterwegs wird oft unkompliziert gewaschen – nicht immer so, wie man es zuhause tun würde.
Merino-T-Shirts sind die beste Investition im Kleidungsbereich: geruchsneutral auch nach mehrmaligem Tragen, schnell trocknend, leicht. Wir hatten je zwei davon – und haben fast täglich eines angezogen.
Flipflops sind der Schuh der Reise. Fünfundneunzig Prozent der Zeit. Dazu ein Paar feste Schuhe für Tempelbesuche, Wanderungen und Nachtbusse. Mehr braucht es nicht.
Drei Paar Schuhe pro Person klangen vernünftig. Unterwegs trugen wir alle fast ausschliesslich Flipflops. Die anderen Schuhe reisten einfach mit.
Gepäck: Rucksack schlägt Koffer – immer
Koffer sind auf Asienreisen mit Kindern unpraktisch: holprige Strassen, Treppen ohne Lift, Sandwege, Fähren. Wer mit einem Rollkoffer reist, macht sich das Leben unnötig schwer.
Rucksäcke im Bereich 40–55 Liter sind ideal für Erwachsene. Kinder ab etwa acht Jahren können problemlos einen eigenen 20–30-Liter-Rucksack tragen – nicht schwer, aber eigenständig. Leroy und Louis trugen ihre eigenen Sachen: das gab Eigenverantwortung und entlastete uns. Bei uns sind die 40l den Kindern vorbehalten, wir packen entsprechend die leichteren Gegenstände in ihre Rucksäcke damit nicht zu viel gemeckert wird.
Packcubes sind kein Luxus, sondern Pflicht. Sie strukturieren den Rucksack, ersparen das tägliche Wühlen und erlauben es, schnell zwischen Tagesgepäck und Hauptgepäck zu wechseln. Wir nutzten sie für Kleidung, Elektronik und die Hausapotheke.
Elektronik: das Nötige, nicht das Mögliche
Was wirklich gebraucht wird: eine Powerbank mit mindestens 10.000 mAh, ein universeller Reiseadapter, Kopfhörer für die Kinder (lange Flüge, Nachtbusse), ein Tablet oder Laptop für Homeschooling und Arbeit, und ein gutes Handy pro Erwachsener.
Was wir nicht vermisst haben: eine Kamera. Das Handy reicht für 95 Prozent der Fotos, sogar beim Schnorcheln . Wer dennoch eine Kamera mitnimmt, sollte sie wirklich regelmässig nutzen – sonst ist sie nur Gewicht.
Für die Konnektivität unterwegs lohnt es sich, das Thema SIM oder eSIM vor der Reise kurz zu klären. Wir haben gemerkt: Eine gute Lösung spart bei Länderwechseln Zeit und Nerven.
Hausapotheke: überlegt, nicht übertrieben
Eine Grundapotheke gehört auf jede Familienreise: Schmerzmittel (Ibuprofen und Paracetamol), Durchfallmittel, Antihistaminikum, Wundversorgung, Sonnenschutz und Insektenschutz. Dazu je nach Reiseroute Malariaprophylaxe und Reiseimpfungen – das unbedingt vorab mit dem Arzt besprechen.
Was wir zu viel hatten: jede denkbare Variante aller Medikamente. Apotheken sind in Thailand, Vietnam und Malaysia gut ausgestattet. Wer etwas vergisst oder braucht, findet es fast überall.
In den meisten Orten sind Trinkwasser und Apotheken gut verfügbar. Deshalb haben wir weder Wasserfilter noch Steripen vermisst.
Was wir heute nicht mehr mitnehmen oder kaufen würden
Winterjacken für alle: Nuwara Eliya in Sri Lanka ist kalt – aber ein dünner Fleece und eine Regenjacke übereinander reichen. Echte Winterjacken hätten wir in Colombo für wenig Geld kaufen können.
Schnorchel von zuhause: In Moalboal und Bohol haben wir Schnorchel und Masken für wenige Dollar ausgeliehen. Gleiche Qualität, kein Gepäck.
Drei Paar Schuhe pro Person: Ein festes Paar, ein Flipflop-Paar. Das ist alles.
Spiele für Kinder (zu viele): Leroy und Louis haben fast ausschliesslich Magic: The Gathering, ein kleines Kartenspiel und mit wenigen Legos gespielt. Drei weitere Spiele blieben unangetastet.
«Vielleicht»-Kleidung: Alles, was mit «vielleicht brauche ich das» eingepackt wurde, wurde nicht gebraucht.
Welche Rucksäcke, Tools, Apps und Reisehelfer wir konkret nutzen, zeigen wir separat in unserem Artikel zu unserem Reise-Setup für Asien mit Kindern. Dort verlinken wir nur Dinge, die wir auf Reisen selbst wirklich nutzen.
Wenn ihr wissen wollt, wie eine vollständige Asienroute mit Kindern aussehen kann, helfen Beispielrouten weiter. → Unsere Beispielreisen durch Asien
Für wen diese Packliste passt – und für wen eher nicht
Diese Empfehlungen gelten für Familien, die mehrere Wochen oder Monate in Südostasien unterwegs sind und mit Rucksäcken reisen. Für Kurztrips von einer bis zwei Wochen in ein einzelnes Land gelten andere Regeln – dort darf man mehr mitnehmen, weil weniger Wechsel anfallen.
Wer mit sehr kleinen Kindern reist (unter vier Jahren), braucht zusätzliche Kategorien: Windeln unterwegs kaufen, Schnuller und Lieblingstier nicht vergessen. Das sind Dinge, die man nicht ersetzen kann.
FAQ – Häufige Fragen zur Packliste Asien mit Kindern
Wie viel Gepäck ist realistisch für 3 Monate Asien mit Kindern?
Wir starteten mit insgesamt rund 80 kg Gepäck auf vier Personen – zu viel. Realistisch und empfehlenswert: Eltern je max. 12–14 kg im Hauptrucksack, Kinder je 5–7 kg. Das ist genug für drei Monate, wenn man an Orten nachkauft, was fehlt. Inzwischen liegen wir bei rund 60 kg und sind damit deutlich zufriedener – auch wenn wir noch weiteres Optimierungspotenzial sehen.
Koffer oder Rucksack?
Rucksack. Ohne Ausnahme. Asiens Strassen, Treppen und Fähren sind nicht für Rollkoffer gebaut.
Müssen Kinder einen eigenen Rucksack tragen?
Ab etwa acht Jahren ja – und es lohnt sich. Nicht schwer, aber eigenständig. Leroy und Louis trugen ihre eigenen Sachen und es gab weniger Diskussionen darüber, wer was trägt.
Was vergisst man immer?
Kleine Dinge wie Ohrstöpsel oder ein gutes Schloss vergisst man leicht – und merkt unterwegs schnell, wie hilfreich sie sind. Unser konkretes Setup dazu zeigen wir separat in unserem Artikel zu unserem Reise-Setup.
Kann man in Asien Kleidung kaufen?
Ja, in fast allen grösseren Städten sehr gut und günstig. Bangkok, Kuala Lumpur und Hanoi haben ausgezeichnete Märkte und Einkaufszentren. Was fehlt, lässt sich nachordern.
Brauchen Kinder eigene Elektronik?
Weil wir lange unterwegs sind, haben beide Kinder ein eigenes Tablet. Für kürzere Reisen würde möglicherweise auch eines für beide reichen. Eigene Kopfhörer pro Kind fanden wir trotzdem sehr sinnvoll – gerade bei langen Transfers und ruhigeren Abenden im Zimmer.
Fazit: Packliste Asien mit Kindern – weniger ist fast immer mehr
Die Packliste Asien mit Kindern ist kein Wettbewerb darin, wer am wenigsten einpackt. Sie ist eine Entscheidung darüber, was man täglich tragen möchte.
Wir hätten 30–40 Prozent weniger mitnehmen können. Das haben wir unterwegs gelernt – nicht vorher. Wer diesen Artikel liest, kann diesen Umweg abkürzen.
Was fehlt, findet sich fast überall. Was zu viel ist, trägt man 100 Tage lang mit.
Mehr zur Planung einer längeren Asienreise mit Kindern findet ihr im Artikel Mehrere Länder mit Kindern kombinieren – und in unseren Einzelberichten zu jedem Land.
Und wenn ihr euch fragt, welche Ausrüstung, Apps und Tools wir konkret nutzen, findet ihr das in unserem separaten Artikel zu unserem Reise-Setup.
Erfahrt, wie wir Familien begleiten – und schaut in Ruhe, was davon zu euch passen könnte.
— Nathaniel und Fiona, mit Leroy und Louis

