Packliste Asien mit Kindern – was ihr wirklich braucht und was zuhause bleiben kann

Aktualisiert: 5. Sept.
Wir sind mit rund 80 Kilo auf vier Rucksäcken gestartet. Acht Monate und 13 Länder später wissen wir: Ein Drittel davon hätte zuhause bleiben können — und was wirklich fehlt, findet man in Asien an jeder Ecke.

Vielleicht steht ihr gerade da, wo wir vor der Abreise standen: Listen lesen, Videos schauen, und am Ende doch «auf Nummer sicher» packen. Drei Paar Schuhe pro Person. Medikamente für jede denkbare Situation. Spiele für jede Stimmungslage.
Wir verstehen den Reflex — hinter jedem «vielleicht brauchen wir das» steht die Sorge, dem Kind unterwegs nicht geben zu können, was es braucht. Nur: Diese Sorge packt schwer. 95 Prozent der Zeit trugen wir Flipflops. Die Trekkingschuhe waren zweimal im Einsatz. Und was wirklich fehlte, haben wir unterwegs gekauft — meist günstiger als zuhause.
Dieser Artikel ist kein ideales Packlisten-Template. Er ist eine ehrliche Bilanz nach acht Monaten in dreizehn Ländern — was eine Familie wirklich braucht, und was man getrost weglassen kann.
Die kurze Antwort: Für Monate in Asien braucht jede Person erstaunlich wenig: fünf bis sechs Shirts, zwei bis drei kurze Hosen, Flipflops plus ein festes Paar Schuhe, eine Regenjacke und eine warme Schicht. Die Regel dahinter: Was ihr «vielleicht» braucht, lasst zuhause — Asien verkauft alles, günstiger als daheim.
Unser Setup für 4 Personen | ||
Nathaniel + Fiona | je 1 Hauptrucksack 55 L | Realistisch: 12–16 kg |
Leroy (11) + Louis (9) | je 1 Rucksack 40 L | Ziel: 5–7 kg — sie tragen selbst |
Dazu | 2 Tagesrucksäcke + 1 Handtasche | Dokumente, Elektronik, Snacks |
Start-Realität | rund 80 kg total | ≈ 30 % davon nie gebraucht |
Inhalt: Die wichtigste Regel · Kleidung · Gepäck · Elektronik · Reiseapotheke · Was wir nicht mehr mitnehmen würden · Für wen die Liste passt · FAQ
Die wichtigste Regel: nötig oder nur beruhigend?
Wenn ihr beim Einpacken denkt «das brauchen wir vielleicht», lasst es zuhause. Was fehlt, kann in Thailand, Vietnam oder Malaysia für wenig Geld nachgekauft werden. Was zu viel ist, trägt man monatelang mit.
Das heisst nicht, ohne Vorbereitung zu fliegen. Es heisst, zwischen «nötig» und «beruhigend» zu unterscheiden. Fast alles, was wir aus Beruhigung eingepackt haben, blieb unbenutzt — und jedes dieser Dinge haben wir bei jedem Umzug aufs Neue geschleppt.
Kleidung: weniger ist mehr, Merino ist Gold
Pro Person reichen fünf bis sechs T-Shirts, zwei bis drei kurze Hosen oder Röcke, eine leichte Regenjacke und eine wärmere Schicht für das Hochland (Sri Lanka, Vietnam-Nord). Das klingt nach wenig — es ist genug, weil man an gefühlt jeder Strassenecke günstig waschen lassen kann.
Merino-T-Shirts sind die beste Investition im Kleidungsbereich: geruchsneutral auch nach mehrmaligem Tragen, schnell trocknend, leicht. Wir hatten je zwei — und trugen fast täglich eines davon.
Bei den Schuhen ist die Bilanz eindeutig: Flipflops sind der Schuh der Reise, 95 Prozent der Zeit. Dazu ein festes Paar für Tempel, Wanderungen und Nachtbusse. Unsere dritten Paare sind einfach nur mitgereist.
Für die kalten Ausnahmen — Sri Lankas Hochland, Vietnams Norden — braucht es keine Winterjacke, sondern das Zwiebelprinzip: lange Unterwäsche, Pullover, lange Hose und die Regenjacke übereinander. Wir hatten nie Winterjacken dabei und haben sie nie vermisst.
Ein Gewichtsfaktor, den fast alle Packlisten vergessen: das Schulmaterial. Trotz Tablets kommen bei Schulkindern schnell mehrere Kilos an Heften, Büchern und Material zusammen — plant sie von Anfang an ein, sonst frisst das Homeschooling euer Kleiderbudget im Rucksack.
Und: eher robuste Kleidung einpacken, nicht die liebsten Stücke. Gewaschen wird unterwegs unkompliziert — nicht immer schonend.
Gepäck: Rucksack schlägt Koffer – immer
Koffer sind auf Asienreisen mit Kindern unpraktisch: holprige Strassen, Treppen ohne Lift, Sandwege, Fähren. Wer mit Rollkoffer reist, macht sich das Leben unnötig schwer.
Rucksäcke von 40 bis 55 Litern sind für Erwachsene ideal. Kinder ab etwa acht Jahren tragen problemlos einen eigenen Rucksack — nicht schwer, aber eigenständig. Leroy und Louis tragen ihre eigenen Sachen, und seither gibt es keine Diskussionen mehr darüber, wer was schleppt.
Packcubes sind kein Luxus, sondern Pflicht: Sie strukturieren den Rucksack, ersparen das tägliche Wühlen und machen jeden Umzug schneller.
Elektronik: das Nötige, nicht das Mögliche
Was wirklich gebraucht wird: eine Powerbank ab 10'000 mAh, ein universeller Reiseadapter, Kopfhörer für die Kinder (Flüge, Nachtbusse), ein Tablet oder Laptop für Homeschooling und Arbeit.
Was wir nicht vermisst haben: eine Kamera. Das Handy reicht für 95 Prozent der Fotos, sogar beim Schnorcheln — und beim Tauchen konnten wir Actioncams direkt vor Ort mieten. Bei langen Reisen lohnen sich eigene Tablets pro Kind — fürs Homeschooling und für lange Transporttage. Bei kürzeren Reisen reicht eines für beide.
Die Konnektivität (SIM oder eSIM) vor der Reise klären — eine gute Lösung spart bei jedem Länderwechsel Zeit und Nerven, gerade bei der Einreise, wenn Formulare online auszufüllen sind.
Hinweis: Der folgende Abschnitt enthält einen Partnerlink (mit * gekennzeichnet). Für euch ändert sich am Preis nichts — ihr unterstützt damit unsere Arbeit.
Reiseapotheke: überlegt, nicht übertrieben
Die Grundapotheke gehört auf jede Familienreise: Schmerzmittel (Ibuprofen und Paracetamol), Durchfallmittel, Antihistaminikum, Wundversorgung, Sonnenschutz, Insektenschutz. Dazu je nach Route, was das reisemedizinische Gespräch ergibt.
Ein Produkt hat sich dabei als absoluter Gamechanger erwiesen: der heat it Insektenstichheiler* — ein Mini-Gerät, das ans Handy gesteckt wird und Stiche mit gezielter Hitze behandelt. Der Juckreiz ist in Sekunden Geschichte statt tagelang ein Thema. Bei zwei Kindern in den Tropen ist er praktisch täglich im Einsatz.
Was wir zu viel hatten: jede denkbare Variante von allem. Apotheken sind in Thailand, Vietnam und Malaysia gut sortiert — was fehlt, findet sich fast überall. Auch Wasserfilter und Steripen haben wir nie vermisst; Trinkwasser ist an den allermeisten Orten gut verfügbar.
Wie wir mit Krankheit unterwegs umgehen — inklusive der Erfahrung, die wir uns nicht ausgesucht haben — steht in Krank auf Weltreise mit Kindern.
Was wir heute nicht mehr mitnehmen würden
Alles, was nur einem einzigen kalten Ort dient. Nuwara Eliya in Sri Lanka ist kalt — aber unsere Schichten (lange Unterwäsche, Pullover, lange Hose, Regenjacke) haben gereicht. Wer für zwei kalte Wochen eine Winterjacke durch acht warme Monate trägt, hat die Rechnung falsch gemacht — und falls sie doch nötig wird, gibt es warme Kleidung vor Ort für wenig Geld.
Wassersport-Ausrüstung von zuhause. Wir haben keine mitgenommen — und genau das war richtig: In Sri Lanka einmal günstig gekauft und am Etappenende wieder weggegeben, sonst gemietet. Eigene Schnorchel und Brillen haben wir erst in Ho-Chi-Minh-Stadt gekauft, kurz bevor auf den Philippinen die grosse Wasserzeit begann. Die Lektion: Ausrüstung dort besorgen, wo man sie wirklich braucht — nicht monatelang durch Länder tragen, in denen sie im Rucksack liegt.
Drei Paar Schuhe pro Person. Ein festes Paar, ein Paar Flipflops. Das ist alles.
Zu viele Spiele von zuhause. Gespielt wurde fast nur Magic: The Gathering, ein kleines Kartenspiel und ein paar Legos — drei weitere Spiele blieben unangetastet. Was sich stattdessen bewährt hat: Das meiste kam unterwegs dazu, wurde eine Weile gespielt und dann verschenkt oder getauscht. Die Jungs haben dafür ein kleines Monatsbudget, mit dem sie selbst entscheiden — das hält den Rucksack leicht und macht jeden Kauf zu einer bewussten Entscheidung.
Jede «Vielleicht»-Kleidung. Alles, was mit «vielleicht brauche ich das» eingepackt wurde, wurde nicht gebraucht. Ausnahmslos.
Wie eine vollständige Asienroute mit Kindern aussehen kann:
Für wen diese Packliste passt – und für wen eher nicht
Diese Empfehlungen gelten für Familien, die mehrere Wochen oder Monate mit Rucksäcken in Südostasien unterwegs sind. Für ein bis zwei Wochen in einem einzelnen Land gelten andere Regeln — da darf der Koffer auch mal mit.
Wer mit sehr kleinen Kindern reist (unter vier Jahren), braucht zusätzliche Kategorien: Windeln (unterwegs kaufen), Schnuller, das Lieblingstier — die Dinge, die man nicht ersetzen kann. Unsere Liste ist eine Schulkinder-Liste, und genau das unterscheidet sie von fast allen anderen.
Fazit: Weniger ist fast immer mehr
Die Packliste für Asien mit Kindern ist kein Wettbewerb, wer am wenigsten einpackt. Sie ist eine Entscheidung darüber, was man täglich tragen möchte. Und sie hat einen sehr konkreten Nebeneffekt: Wer leicht packt, muss bei den Günstig-Airlines in Asien weniger Zusatzgepäck buchen — bei über zwanzig Flügen summiert sich das zu echtem gespartem Geld.
Wir hätten 30 bis 40 Prozent weniger mitnehmen können. Das haben wir unterwegs gelernt — nach acht Monaten hat sich daran nichts geändert, im Gegenteil: Es wurde eher noch weniger. Was fehlt, findet sich fast überall. Was zu viel ist, trägt man Monate mit.
Welche Rucksäcke, Tools und Apps wir konkret nutzen, zeigen wir separat in unserem Reise-Setup-Artikel — dort verlinken wir nur Dinge, die wir selbst wirklich nutzen.
Die ganze Liste zum Abhaken — als interaktives Tool:
Häufige Fragen zur Packliste Asien mit Kindern
Wie viel Gepäck ist realistisch für eine Familie in Asien?
Eltern je 12–16 kg im Hauptrucksack, Kinder je 5–7 kg. Wir starteten mit rund 80 kg auf vier Personen — zu viel. Das ist genug für Monate, wenn man unterwegs nachwäscht statt für jede Woche einzupacken. Und: Schulmaterial nicht vergessen — das sind schnell mehrere Kilos extra.
Koffer oder Rucksack für Asien mit Kindern?
Rucksack, ohne Ausnahme. Asiens Strassen, Treppen und Fähren sind nicht für Rollkoffer gebaut. 40–55 Liter für Erwachsene, 20–40 Liter für Kinder ab etwa acht Jahren.
Sollen Kinder ihren eigenen Rucksack tragen?
Ab etwa acht Jahren ja — nicht schwer, aber eigenständig. Bei uns tragen beide Jungs ihre eigenen Sachen, und seither gibt es keine Diskussionen mehr darüber, wer was schleppt. Der Nebeneffekt: Sie packen bewusster.
Was gehört in die Reiseapotheke für Kinder in Asien?
Schmerzmittel (Ibuprofen und Paracetamol), Durchfallmittel, Antihistaminikum, Wundversorgung, Sonnen- und Insektenschutz — plus das, was das reisemedizinische Gespräch für eure Route ergibt. Nicht nötig: jede denkbare Variante von allem. Apotheken sind in Südostasien gut sortiert.
Kann man Kleidung in Asien kaufen?
Ja, in fast allen grösseren Städten sehr gut und günstig — Bangkok, Kuala Lumpur und Hanoi haben ausgezeichnete Märkte und Einkaufszentren. Das ist der Grund für die wichtigste Packregel: Was «vielleicht» gebraucht wird, bleibt zuhause.
Brauchen Kinder eigene Tablets auf der Reise?
Auf langen Reisen ja — fürs Homeschooling und für Transporttage haben bei uns beide Kinder ein eigenes. Für kürzere Reisen reicht eines für beide. Eigene Kopfhörer pro Kind lohnen sich in jedem Fall.
Erfahrt, wie wir Familien begleiten – und schaut in Ruhe, was davon zu euch passen könnte.
*: Partnerlink (Amazon). Wenn ihr darüber kauft, erhalten wir eine kleine Provision — euer Preis bleibt gleich.
— Nathaniel und Fiona, mit Leroy und Louis


