top of page

Laos mit Kindern – langsam, grün und unvergesslich

  • Autorenbild: dbfam travel
    dbfam travel
  • 28. Apr.
  • 7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 1 Tag

Zwei Tage auf einem Boot, mit zwei Kindern — halten die das aus? Das war unsere grösste Frage vor Laos. Die Antwort hat uns überrascht: Es wurden zwei der besten Tage der ganzen Reise. Aber nicht sofort.


Wenn ihr über Laos nachdenkt, kreisen die Gedanken vermutlich um dieselben Punkte wie bei uns: Ist das Land nicht zu einfach, zu langsam, zu wenig kindgerecht? Keine Millionenstädte, keine Einkaufszentren, kein Programm an jeder Ecke — trägt das mit Kindern?


Wir kannten Laos fast nicht und hatten keine grossen Erwartungen. Genau das war vielleicht der beste Ausgangspunkt. Zwischen Thailand und Vietnam liegt ein Land, das sich nicht beeilt — und das uns einen Rhythmus geschenkt hat, der allen gutgetan hat. Besonders den Kindern.


Die kurze Antwort: Laos ist nichts für Komfort-Maximierer — und genau darum stark: Slowboat auf dem Mekong, Luang Prabang, die Kuang-Si-Wasserfälle, sehr langsames Tempo. Plant knapp zwei Wochen oder mehr, nehmt das Slowboat als Erlebnis und den neuen Zug als Transport — und bringt Offenheit für das Einfache mit.

Kurz für Familien

Unsere Reise

Knapp 9 Tage: Slowboat → Luang Prabang → Vang Vieng → Vientiane

Empfehlung

2–3 Wochen, wenn die Zeit da ist — Laos belohnt Langsamkeit

Das Erlebnis

2 Tage Slowboat auf dem Mekong, Übernachtung in Pakbang

Der Transport

Die neue Bahn: modern, schnell — Bahnhöfe weit ausserhalb

Geeignet für

Familien, die Einfachheit aushalten — Kinder ab ca. 6 Jahren


Inhalt: Slowboat-Start · Zwei Tage auf dem Mekong · Slowboat oder Zug? · Luang Prabang & Almgiving · Kuang Si · Vang Vieng · Für wen Laos passt · Was wir anders machen würden · FAQ



Der Start: Grenzübertritt und Einschiffung in Houay Xay

Laos mit Kindern – Einschiffung zum Slowboat in Houay Xay

Die Grenze von Thailand nach Laos überquert man in Chiang Khong auf einer Brücke über den Mekong. Auf der anderen Seite empfing uns Tang von Mekong Lover Cruises — innerhalb von Minuten war alles organisiert.


Im Hafen lagen zwei Boote: unser privates Slowboat und daneben das Public Slowboat — deutlich günstiger, aber auch deutlich simpler. Wir waren froh um unsere Entscheidung: Zwei Tage auf dem Mekong brauchen Sitzkomfort, gerade mit Kindern. Tang erklärte unterwegs Kultur und Traditionen; der erste Halt in einem Nomadendorf hat uns alle beschäftigt — wie wenig die Menschen dort brauchen, und wie würdevoll sie wirken.



Zwei Tage auf dem Mekong – und die erste Stunde Gejammer

Laos mit Kindern – zwei Tage auf dem Mekong mit dem Slowboat

Ehrlichkeit zuerst: Leroy und Louis haben die erste Stunde damit verbracht, sich zu beschweren, dass es «langweilig» ist. Das gehört zur Wahrheit über das Slowboat mit Kindern — und es ist der Teil, den die schönen Fotos nie zeigen.


Nach der zweiten Stunde begannen sie, das Ufer zu beobachten, Vögel zu zählen, andere Passagiere kennenzulernen. Der Mekong ist breiter als erwartet, grüner als gedacht und ruhiger als alles andere. Für Erwachsene ist es Entschleunigung pur — für Kinder wird es das auch, nur eben eine Stunde später.


Unterwegs: ein Halt in einem Dorf mit selbstgebranntem Whisky, ein Höhlentempel im Fels, der im Lampenlicht aufblitzt. Die Nacht in Pakbang: einfache Unterkunft, gutes Essen — und Fiona gönnte sich Haarewaschen inklusive Strecken für kaum etwas. Wer zwei Tage auf dem Mekong verbringt, versteht, warum Laos anders ist.



Slowboat oder Zug – was passt für eure Familie?

Laos mit Kindern – Slowboat auf dem Mekong vor der Weiterfahrt mit dem Zug

Das ist die Frage, die sich seit dem Bau der chinesischen Eisenbahn neu stellt — und die kaum ein Reisebericht beantwortet. Unsere Einordnung, nachdem wir beides genutzt haben:


Das Slowboat ist kein Transport, sondern ein Programmpunkt. Zwei Tage Fluss, Dschungel, Dörfer — es ist der Grund, über den Norden einzureisen. Wer es streicht, spart Zeit und verpasst das, was Laos ausmacht.


Der Zug ist das Gegenteil: reiner Transport, aber ein guter. Wir sind Luang Prabang–Vang Vieng und Vang Vieng–Vientiane gefahren: moderne, saubere, pünktliche Züge. Zwei Dinge einrechnen: Die Bahnhöfe liegen kilometerweit ausserhalb der Städte, und die Sicherheitskontrollen sind strenger als am Flughafen — Messer und Scheren sind verboten. Unser Victorinox-Taschenmesser wurde eingezogen; ein anderes Klappmesser konnten wir retten. Packt solche Dinge also gar nicht erst ins Zugsgepäck.


Unser Fazit: Slowboat für die Einreise aus Thailand, Zug für die Strecken im Land. So bekommt man beides — das Erlebnis und die Effizienz. Mehr zu Zugreisen generell in Zugreisen in Asien mit Kindern.



Luang Prabang – die schönste Stadt dieser Reise

Laos mit Kindern – unterwegs in Luang Prabang

Luang Prabang ist wie eingefroren: Tempel, Mekong, Palmen, Kolonialbauten. Keine Hochhäuser, kein Verkehrslärm. Man setzt sich irgendwann einfach hin.


Das Almgiving erlebten wir um 5:30 Uhr morgens: Mönche in orangefarbenen Roben empfangen Spenden — in absoluter Stille, ohne Dankbarkeit, ohne Blickkontakt. Leroy und Louis standen still. Wir auch. Und man muss nicht nur zuschauen: Es gibt vorbereitete Spendenpakete zu kaufen, mit denen man auf bereitgestellten Stühlen an den Strassenecken sitzt und selbst verteilt — das macht den Morgen für Kinder interaktiver und wertvoller als reines Beobachten. Wichtig bleibt der Rahmen: still sein, nicht mit Blitz fotografieren, respektvoll bleiben. Es ist ein religiöses Ritual, keine Touristenshow — und genau als solches ist es mit Kindern wertvoll: Sie erleben, dass es Dinge gibt, bei denen man Gast ist.


Die Living Farm: alle Schritte der Reisproduktion selbst erleben, anpflanzen, dreschen. Eine braune Gottesanbeterin wurde beim Reisschneiden entdeckt und von Louis und Nathaniel ausgiebig bestaunt. Lernen, ohne dass es sich nach Lernen anfühlt.


Die Kuang-Si-Wasserfälle: türkisblaue Becken, übereinander gestaffelt, Dschungel ringsum. Wir waren früh dort — und schwammen danach unter dem Wasserfall. Das Wasser war kalt. Kuang Si ist der Ort, an dem wir alle gleichzeitig aufgehört haben zu reden.



Vang Vieng – Kajak, Lagune und die besten Sandwiches der Reise

Laos mit Kindern – Kajak-Ausflug in Vang Vieng

Der Morgenmarkt war eindrücklich: lebende Aale, tote Schlangen, Eichhörnchen. Ein ehrlicher Einblick in das, was hier gegessen wird — und ein besseres Anschauungsthema als jedes Schulbuch.


Dann das Wasser: Kajak auf dem Fluss — mit Schulkindern wie unseren (9 und 11) gut machbar, ruhige Abschnitte, Schwimmwesten inklusive. Die Blue Lagoon mit ihren natürlichen Quellen und türkisblauem Wasser. Und der Aussichtspunkt mit den zwei verrosteten Motorrädern auf dem Hügel: atemberaubender Blick auf die Kalksteinfelsen.


Eines hat nicht geklappt: Vang Vieng ist bekannt für seine Heissluftballon-Fahrten, und genau die wollten wir machen. Wenige Tage vor unserer Ankunft gab es jedoch Unfälle mit Flugobjekten, und die Regierung stoppte sämtliche Flugaktivitäten. Schade — aber nicht änderbar. Und ein Grund mehr, irgendwann zurückzukommen.


Und dann: die Sandwiches von Big Momma. Grosse Baguettes, frisch und günstig. Wir haben sie dreimal gegessen. Beim dritten Mal beschlossen wir: Das sind die besten Sandwiches der ganzen Reise.


Wenn ihr euch fragt, ob Laos zu euch passt, helfen konkrete Routen oft mehr als Tipps:




Für wen Laos mit Kindern passt – und für wen nicht

Laos ist kein einfaches Reiseziel. Die Infrastruktur ist schlichter als in Thailand oder Vietnam, manche Unterkünfte haben weniger Komfort als erwartet, der Transport dauert länger, als die Karte vermuten lässt. Auch das Essen ist einfacher — mit wählerischen Kindern braucht es Anpassungsfähigkeit.


Zwei Tage Slowboat brauchen Geduld: Die ersten Stunden sind schön, die mittleren können lang werden. Mit sehr kleinen Kindern, denen Stillsitzen schwerfällt, würden wir es nicht machen — ab Schulalter wird es dagegen zum Abenteuer.


Was Laos dafür bietet: eine Authentizität, die man in touristisch dichteren Ländern kaum noch findet. Wer Komfort und Planbarkeit braucht, ist in Thailand besser aufgehoben — wer Offenheit für das Einfache mitbringt, findet eines der schönsten und unangestrengtesten Reiseziele Südostasiens.



Was wir heute anders planen würden

Laos mit Kindern – Rückblick auf die Reise durch Laos

Mehr Zeit. Knapp neun Tage waren zu wenig für ein Land, dessen ganze Stärke die Langsamkeit ist. Zwei bis drei Wochen wären richtig gewesen.


Das Slowboat genauso wieder. Privates Boot, zwei Tage, Übernachtung in Pakbang — daran würden wir nichts ändern. Es war die beste Einreise der ganzen Reise.


Die Bahn von Anfang an einrechnen. Mit Anfahrt und Sicherheitskontrolle ist eine Stunde Zugfahrt schnell ein halber Tag. Wer das weiss, plant entspannter.



Fazit: Laos mit Kindern

Laos ist nicht für Familien gemacht, die in einer Woche alles sehen wollen. Es ist für Familien, die bereit sind, zwei Tage auf einem Boot zu sitzen und darin etwas Schönes zu finden — auch wenn die erste Stunde Gejammer bringt.


Wer das mitbringt, findet eines der schönsten Reiseziele Südostasiens. Wie Laos in unsere Route passt, steht in Weltreise mit Kindern – unsere komplette Route durch Asien; der direkte Vergleich mit dem Nachbarn in Laos oder Kambodscha mit Kindern.



Häufige Fragen zu Laos mit Kindern

Ja, ab Schulalter — mit ehrlicher Erwartung: Die erste Stunde kommt Gejammer, danach kippt es ins Beobachten und Entdecken. Wichtig: das private Slowboat mit richtigen Sitzen wählen, nicht das Public Boat. Mit sehr kleinen Kindern, die schlecht stillsitzen, würden wir es nicht machen.

Beides, für verschiedene Zwecke: Das Slowboat ist ein zweitägiges Erlebnis und die schönste Einreise aus Thailand. Der neue Zug ist reiner Transport — modern, sauber, pünktlich — für die Strecken im Land. Einrechnen: Bahnhöfe liegen weit ausserhalb, Sicherheitskontrollen sind strenger als am Flughafen (keine Taschenmesser!).

Jeden Morgen um etwa 5:30 Uhr empfangen die Mönche von Luang Prabang in Stille Essensspenden. Kinder dürfen dabei sein — und sogar mitmachen: Mit vorbereiteten Spendenpaketen sitzt man auf Stühlen an den Strassenecken und verteilt selbst. Wichtig: leise bleiben, kein Blitz, Respekt vor dem Ritual. Unsere Jungs standen still wie selten; genau das macht den Moment wertvoll.

Wir hatten knapp neun Tage — zu wenig. Zwei bis drei Wochen passen besser zu einem Land, dessen Stärke die Langsamkeit ist: zwei Tage Slowboat, vier bis fünf Nächte Luang Prabang, drei bis vier Nächte Vang Vieng, plus Puffer.

Etwas anspruchsvoller als Thailand: Das Essen ist einfacher, die Auswahl kleiner. Aber es gibt Reis, Nudeln und in den Städten westliche Optionen — und in Vang Vieng die besten Baguette-Sandwiches unserer ganzen Reise. Mit etwas Anpassungsfähigkeit wird niemand hungrig.


Wenn ihr Laos oder eine Südostasien-Route mit Kindern plant: Erfahrt, wie wir Familien begleiten.



— Nathaniel und Fiona, mit Leroy und Louis

bottom of page