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Vietnam mit Kindern – Chaos, Schönheit und grosse Eindrücke

  • Autorenbild: dbfam travel
    dbfam travel
  • 24. Apr.
  • 5 Min. Lesezeit

Vietnam ist das Land, das uns am meisten überrascht hat. Mit seiner Energie, seiner Schönheit und seinen Kontrasten. Und mit einem Geburtstag, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.


Als wir aus Laos kommend in Hanoi landeten, war es fast Mitternacht. Der Transport hatte Wartezeit, das Gepäck auch. Um halb zwölf lagen wir in den Betten. Louis musste sofort ins Bett, während die anderen noch kurz wach bleiben mussten um etwas für den nächsten Morgen vorzubereiten.


Denn am nächsten Tag hatte Louis Geburtstag. Und Vietnam begann damit, uns zu überraschen.

 

Kurz für Familien

Reisedauer

Wir: rund 3 Wochen. Empfehlung: mind. 3–4 Wochen für Nord bis Süd.

Reiserhythmus

Variiert je nach Region. Norden intensiver, Hoi An zum Entschleunigen.

Geeignet für

Familien mit Abenteuerlust, Neugier und Flexibilität. Ideal ab ca. 7 Jahren.

Eher herausfordernd bei

Hauptsädtischem Verkehr, langen Distanzen, Lebensmittelrisiken.

Unser ehrliches Fazit

Vietnam ist intensiv und unvergesslich – für Familien, die Tempo und Unplanbarkeit akzeptieren.

 

Hanoi – laut, lebendig, voller Momente

Hanoi ist eine Stadt, die man nicht sofort versteht. Der Verkehr ist eine eigene Ordnung: Mopeds, Autos, Tuk-Tuks, alle gleichzeitig, alle aneinander vorbeischlängelnd. Man überquert die Strasse gleichmässig gehend – und vertraut darauf, umfahren zu werden. Es funktioniert.


Die Train Street war für Leroy und Louis einer der spannendsten Momente: Ein Zug fährt durch eine schmale Gasse, keinen halben Meter von den Caféstühlen entfernt. Der Zug rauschte durch. Louis hat nichts gesagt. Leroy auch nicht.

Das Wasserpuppentheater überraschte uns alle. Man versteht kein einziges Wort – aber die Geschichte wird klar. Musik, Bewegung, Licht. Leroy meinte danach: «Das war eigentlich cool.» Von einem fast Elfjährigen ist das das höchste Lob.


Hanoi macht sein eigenes. Man muss sich nur drauf einlassen.


Louis Geburtstag – pünktlich um 6 Uhr aufgestanden

Louis ist wie eine Schweizer Uhr. An seinem Geburtstag stand er präzise um 6:00 Uhr auf, um seine Geschenke auszupacken. Die lagen allerdings nicht mehr auf dem Tisch – sein grosser Bruder hatte in der Nacht Hand angelegt.


Das KidZania – eine Mini-Stadt für Kinder, wo sie Berufe ausprobieren – war das Geburtstagsprogramm. Ursprünglich geplant: zwei Stunden. Daraus wurden fast drei. Abends: Pasta mit Pesto in einem Italiener. Leroy kaufte unterwegs noch Magic the Gathering-Karten. Louis freute sich riesig.


Die Halong-Bucht – ein Highlight, das hält, was es verspricht

Die Diana Cruise – erst seit wenigen Monaten im Dienst – war das grösste Schiff in der Bucht. Pool, sechs Decks, Kalksteinfelsen bis zum Horizont. Kajak durch einen engen Felsdurchgang in einen stillen See: einer unserer stärksten Reisemomente überhaupt.


Leroy fand auf dem Schiff drei deutsche Männer, die ihn in ihre Gruppe aufnahmen. Einen Tintenfisch hatte er fast – er zog zu fest, der Tintenfisch entkam. Beim zweiten Versuch mit vier Angelruten gleichzeitig: kein Erfolg, aber viel Lachen.


Die Halong-Bucht kennt man von Bildern. Und dann steht man davor und begreift, dass Bilder nicht reichen.


Ninh Binh und Trang An – Natur pur, gefolgt von einer langen Nacht

Ninh Binh ist das stille Vietnam. Reisfelder, Kalksteinfelsen, ruhige Strassen. Die Trang An Bootsfahrt führt durch drei Höhlen – darunter eine fast einen Kilometer lange – und an drei Tempeln vorbei.


Dann: die Lebensmittelvergiftung. Leroy erwischte es zuerst, die ganze Nacht. Nathaniel kurz danach. Wir spielten diverse Szenarien zur Weiterreise durch, hielten aber am geplanten fest. Nathaniel und Louis erkundeten allein den Hang Mua Aussichtspunkt. Abends: Nachtbus nach Hue mit drei statt vier Liegeplätzen. Fiona und Louis teilten sich einen.


Hue und Hoi An – Zitadelle und Pool

Hue in kurzer Zeit: Die Zitadelle am Nachmittag, Sonnenuntergang über dem Fluss. Das gleiche Restaurant zweimal, weil es so gut war.


Hoi An haben wir sieben Nächte gegeben – und das war richtig. Die Jungs fanden in wenigen Stunden Freunde. Kochkurs, Coconut-Boot-Fahrt, freie Tage am Pool. Und einmal sagten wir einen geplanten Ausflug ab, weil die Kinder lieber blieben. Es war die richtige Entscheidung.


Hoi An hat uns daran erinnert: Manchmal ist kein Plan der beste Plan.

Neugierig, wie eine Vietnam-Familienroute aussehen könnte?


Ho-Chi-Minh-Stadt – und ein Junge im Tunnel

Die Cu Chi Tunnel: Louis hat sich ohne zu zögern in den engen Gang geduckt und ist verschwunden. Wir konnten ihn gerade noch fotografieren, als er wieder auftauchte und sogleich wieder weg war.


Ho-Chi-Minh-Stadt ist eine andere Energie als Hanoi: lauter, breiter, moderner. Ein paar Tage, gut gegessen, weitergefahren. Vietnam ist mindestens drei Länder in einem.


Wie viel Zeit wir für Vietnam als Familie empfehlen würden

Mit Kindern braucht Vietnam mindestens vier Wochen. Nicht wegen der Distanzen allein, sondern wegen des Tempos, das man für Norden, Mitte und Süden braucht, ohne überhastet zu wirken.


Die sinnvollste Route für Familien: Hanoi – Halong-Bucht – Ninh Binh – Hue – Hoi An – Ho-Chi-Minh-Stadt. Mit je drei bis fünf Nächten pro Ort. Hoi An dabei als Puffer einplanen.


Für wen Vietnam mit Kindern besonders gut passt – und für wen eher nicht

Gut passt Vietnam zu Familien, die Kontraste mögen: Grossstadt und Reisfelder, Lärm und Stille. Die bereit sind, wenn ein Plan kippt, gelassen weiterzumachen.

Schwieriger wird es für Familien, die Kontrolle und Planbarkeit brauchen, oder mit sehr kleinen Kindern reisen. Vietnam ist intensiv – und das ist seine Stärke und Herausforderung zugleich.


Unsere empfohlene Vietnam-Logik mit Kindern

Hanoi → Halong-Bucht → Ninh Binh → Hue → Hoi An → Ho-Chi-Minh-Stadt

– Norden intensiver planen: Hanoi, Halong-Bucht und Ninh Binh brauchen je 2–3 Nächte

– Hoi An als Pufferort setzen: 7 Nächte sind nicht zu viel – Pool, Freunde, Kochkurs und bewusste Leertage

– Nachtbusse vermeiden oder bewusst vorbereiten – Liegeplätze buchen, Anzahl der Plätze prüfen

– Lebensmittelrisiken einplanen: Krankheitspuffer nach langen Strecken, ein freier Tag hilft

– Mindestens 3–4 Wochen für Nord bis Süd – weniger führt zu gehetztem Reisen


Fazit: Vietnam mit Kindern

Die Halong-Bucht. Die Felder um Ninh Binh. Die Laternen von Hoi An. Das Zugcafé in Hanoi. Keine Website-Bilder. Echte Erinnerungen.

Für Familien, die sich trauen langsam zu reisen und dem Unplanbaren Raum zu geben: Vietnam lohnt sich sehr.


Was ihr aus diesem Artikel für eure Planung mitnehmen könnt

– Vietnam braucht Zeit: 3–4 Wochen für Nord bis Süd – weniger bedeutet hetzen

– Hoi An ist der Entlastungsort der Reise – mehr Zeit hier macht die ganze Route ruhiger

– Nachtbusse, Lebensmittelvergiftungen und Planänderungen gehören dazu – Gelassenheit zahlt sich aus

– Vietnam eignet sich für Familien, die Kontraste und Intensität mögen – und bereit sind, loszulassen

Dieser Artikel hilft euch, wenn ihr gerade prüft, ob Vietnam mit Kindern zu euch passt. Besonders wichtig sind Reisetempo, Puffertage in Hoi An und realistische Erwartungen ans Reisetempo im Norden.

 

Wenn ihr Vietnam mit Kindern plant: Erfahrt, wie wir Familien begleiten – und welcher nächste Schritt für euch sinnvoll sein könnte.

 

— Nathaniel und Fiona, mit Leroy und Louis

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